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Greifbare Abstraktion

Kunst: Das Wilhelm-Hack-Museum zeigt Werke des Malers und Bildhauers Thomas Scheibitz

Ludwigshafen.Warum sich Abstraktes und Konkretes gar nicht ausschließen, sondern vielmehr gut zusammenwirken können, zeigt die neue Ausstellung „Thomas Scheibitz – Masterplan\\kino“ im Wilhelm Hack-Museum in Ludwigshafen. Von Samstag, 19. Mai, bis Sonntag 12. August, sind Exponate des Berliner Malers und Bildhauers Thomas Scheibitz zu sehen. Mit mehr als 80 Werken ist die Schau eine der umfangreichsten Präsentationen, die der in Radeberg geborenen Künstler in den vergangenen zehn Jahren entwickelt hat. Der Museumsdirektor und Kurator der Ausstellung, René Zechlin, sieht im Wilhelm-Hack-Museum dafür den richtigen Ort. „Das Wilhelm-Hack-Museum steht insbesondere für die abstrakte Kunst des 20. Jahrhunderts“, sagt er. Die Idee, eine Ausstellung mit Scheibitz’ Werken auf die Beine zu stellen, sei von der Frage ausgegangen, was Abstraktion für die Kunst heute noch bedeute.

„Nachdem sich unsere letzte Ausstellung mit den Anfängen der Abstraktion zu Beginn des 20. Jahrhunderts befasste, steht nun das Zusammenspiel von Abstraktion in der Malerei der Gegenwart im Mittelpunkt“, sagt Zechlin. Thomas Scheibitz sei hierfür der geeignete Künstler. In seinen Bildern lösen sich Gebäude, Buchstaben, Spielkarten, Vögel und Landschaften von ihren Vorbildern und entwickeln ein Eigenleben – „eine dynamische Form der Abstraktion, die unsere Gegenwart künstlerisch hinterfragt, zerlegt und wieder neu zusammenfügt“, schreiben die Kuratoren in ihrer Ankündigung. Dies ist auch bei seinem Bild „Flatland“ zu sehen. Das auf der Novelle des englischen Schriftstellers Edwin Abbott basierende Prinzip einer absolut zweidimensionalen Welt nimmt der Berliner Künstler auf, schafft in seinem Bild allerdings auch dreidimensional anmutende Elemente, obwohl er mit seiner Formensprache die Zweidimensionalität nie verlässt.

Seit seinem internationalen Auftritt im deutschen Pavillon auf der Biennale von Venedig im Jahr 2005 haben Scheibitz’ Arbeiten stetig an Aufmerksamkeit und Bedeutung gewonnen. Heute gehört er zu den international beachteten Künstlern seiner Generation. Die vom Wilhelm-Hack-Museum in Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Bonn entwickelte Ausstellung möchte nicht nur den Blick für Konkretes und Abstraktes schärfen, sondern mit der Präsentation neuer großformatiger Werkserien die Entwicklungen, Kontinuitäten, aber auch die Neuansätze im Werk von Thomas Scheibitz sichtbar machen. Dazu werden seine Exponate im Dialog mit ausgewählten Arbeiten aus den Jahren 1995 bis 2017 ausgestellt. Info: 18.5. bis 12.8. Di, Mi, Fr 11-18 Uhr, Do 11-20 Uhr, Sa, So, Feiertage 10-18 Uhr. tge