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Im Räderwerk der Arbeit

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Sprechkunst: „Stadt der 1000 Feuer“ beleuchtet im Hack-Museum die Industriekultur

Ludwigshafen.Ludwigshafen ist eine Arbeiterstadt – und gleichzeitig ein kulturelles Zentrum der Region. Beides bringt das Projekt „Stadt der 1000 Feuer“ am Samstag, 1. September, 20 Uhr, im Wilhelm-Hack-Museum zusammen: Mit großem Sprechchor und vier Solo-Performern nehmen Oliver Augst und John Birke den Begriff der Arbeit mit einem speziellen Blick auf Ludwigshafen und die Industriekultur der Region unter die Lupe.

Vier Solokünstler hat Augst für das Projekt gewinnen können: Françoise Cactus, Sängerin der Band Stereo Total, die Hamburger-Schule-Performerin Bernadette La Hengst, Komponist, Musiker und Performancekünstler Frieder Butzmann sowie Free-Jazz-Pionier Sven-Ake Johansson. Die Texte stammen von John Birke. In ihnen geht es um Schweiß, heiße Eisen, Softskills der postindustriellen Informationsgesellschaft und 3D-Drucker. Es geht um Menschen, die noch immer am Arbeitsethos als Leitkultur festhalten, aber unter einem Mangel von gesellschaftlichen Visionen leiden. Für die Kompositionen zeichnet Oliver Augst verantwortlich. Der Sprechchor wird von Ingo Müller geleitet. Zu hören sind auch Texte aus „Der gespaltene Mensch“ von Bruno Schönlank (1927).

„Wir brauchen keine Arbeit, wir haben immer was zu tun“, singt Bernadette La Hengst. Und so erwartet die Besucher ein unterhaltsam-analytischer, kritisch-hinterfragender Abend, eingebettet in Musik und Sprache.

Frage nach Humanität

Die Aktion für Sprechchor, die 2014 in etwas anderer Besetzung schon zum 150. Geburtstag des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins in Mannheim zu sehen war, zeigt die Arbeiterbewegung als verbale Diskursmaschine – und zwischen ihren Rädern das Individuum. Der Abend stellt die Frage nach dem Menschen in unserer Arbeitswelt, eine wichtige Frage. Info: Samstag, 1. September, 20 Uhr, Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen; Karten für 7 Euro unter Telefon 0621/504-30 45. sdo