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Ist der Mörder schuld oder der Umstand?

Archivartikel

Schauspiel: Theater Basel kommt mit „Woyzeck“ nach Ludwigshafen

Ludwigshafen.Der einfache und arme Soldat Franz Woyzeck wird von seinen Vorgesetzten ausgenutzt und gedemütigt, von seiner Freundin Marie, mit der ein uneheliches Kind hat, betrogen und schließlich zum Mörder.

Wahrer Fall

Dem Drama „Woyzeck“ von Georg Büchner (1813 bis 1837), das dieser nur als Fragment hinterlassen hat und das erst nach seinem Tod in einer überarbeiteten Fassung 1879 erschien und letztlich erst 100 Jahre nach seiner Geburt in München uraufgeführt wurde, liegt ein tatsächlicher Kriminalfall zugrunde. Ein arbeitsloser Friseur und Perückenmacher mit dem Namen Johann Christian Woyzeck er-stach 1821 seine Geliebte, und die Tat löste daraufhin Debatten über die Schuldunfähigkeit und soziale Ursachen aus.

Büchner geht in seinem „Woyzeck“ über den tragischen Einzelfall hinaus und untersucht die grundsätzliche Frage der Abhängigkeit von gesellschaftlichen Bedingungen, die „außer uns liegen“, nach sozialen Verhältnissen, individueller Freiheit und schicksalhafter Bestimmung.

Regisseur Ulrich Rasche, der mit seiner Inszenierung von Schillers Die Räuber zum Berliner Theatertreffen 2017 eingeladen worden war, hat den Woyzeck fürs Theater Basel inszeniert, in dieser Fassung kommt das Stück am Freitag, 30. Mai, und am Samstag, 1. Juni, um jeweils 19 Uhr in das Theater im Pfalzbau nach Ludwigshafen. sba

Info: Freitag, 31. Mai, und Samstag, 1. Juni, jeweils 19 Uhr. Tickets unter theater-im-pfalzbau.de ab 22 Euro.