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Ist Rache wirklich so süß?

Theater: „Die Orestie“ in Ludwigshafen

Ludwigshafen.Wer Gewalt sät, wird Gewalt ernten – das ist das zentrale Motiv der Tragödie „Die Orestie“, geschrieben vom großen griechischen Dichter Aischylos. Agamemnon tötet seine Tochter Iphigenie aus kriegstaktischen Gründen, um die Götter für seinen Feldzug gegen Troja wohlgesonnen zu stimmen. Als er siegreich nach dem Krieg heimkehrt, erwartet ihn statt eines triumphalen Empfangs jedoch der Tod. Klytaimnestra, seine Frau, erschlägt ihn mit der Axt, um den Verlust Iphigenies zu rächen. Damit nicht genug: Orest, Klytaimnestras Sohn, tötet daraufhin die Mutter und ihren Geliebten Aigist. Die Verkettung der Gewalttaten wird mit einem göttlichen Fluch begründet, der auf dem Geschlecht der Atriden lastet.

Aber ist das wirklich so? Ist allein der Fluch Schuld? Die junge Regisseurin Johanna Wehner geht in ihrer Inszenierung des antiken Werkes der Frage nach, ob die Tragödie tatsächlich unaufhaltsam voranschreitet oder ob die Figuren nicht doch bewusst ihre Entscheidungen treffen. 2017 wurde Weber mit ihrer Inszenierung der „Orestie“ mit dem Deutschen Theaterpreis „Der Faust“ ausgezeichnet. Am Freitag, 8. Februar, ist das Stück um 19.30 Uhr im Theater im Pfalzbau in Ludwigshafen zu sehen.

Wehner siedelt die Geschichte in der morbiden Atmosphäre einer baufälligen Villa an, wobei die neun Darsteller mal als antiker Chor und mal in individuellen Rollen auftreten. Am Ende steht die Frage der Göttin Athene: Was suchen die Menschen – Rache oder Gerechtigkeit? sba

Info: Fr., 8.2., 19.30Uhr, Karten ab 20 Euro. theater-impfalzbau.de