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Festival: Eine Auswahl aus dem Konzertprogramm der kommenden Tage

Klänge aus aller Herren Länder

Archivartikel

Rhein-Neckar.Joshua Redman überstrahlt in dieser „Morgen Magazin“-Woche den prallvollen Konzertkalender von Enjoy Jazz. Der US-amerikanische Saxofonist – ein Liebling des Publikums in der Region – spielt am Donnerstag, 4. Oktober, um 20 Uhr mit der hochkarätig besetzten Band James Farm in der Alten Feuerwache Mannheim.

Obwohl Redman ein Garant für ausverkaufte Konzerte ist, gab es bei Redaktionsschluss noch Karten für den Auftritt des US-Stars. Bei Erscheinen des „Morgen Magazins“ also am besten gleich auf der Internetseite altefeuerwache.com nachschauen. Redman bringt mit Aaron Parks (Piano), Matt Penman (Bass) und Eric Harland (Schlagzeug) den Stand des Jazz im Heimatland dieser Musik auf die Bühne. Das heißt: die Ausdruckskraft des Blues, der melodische Zauber des Folk, das Zupackende des Rock und die Leidenschaft des Soul werden das Gastspiel von James Farm erfüllen (Karten: 40 Euro an der Abendkasse).

Von schwebenden Ambient-Klängen, exotischem Weltmusik-Flair und Techno-Beats ist dagegen die Jazz-Spielart des britischen Portico Quartet geprägt. Die Vier waren 2009 bei ihrem ersten Enjoy-Jazz-Auftritt eine der heißesten neuen Bands der Szene. Auch heute noch besitzt ihre Mixtur aus Akustik- und Elektronik-Klängen einen ganz eigenen Reiz. Und der metallische Sound der Percussionkugel Hang entfaltet noch immer einen verführerischen Zauber. Am Freitag, 5. Oktober, 21 Uhr, ist er im Ludwigshafener Kulturzentrum das Haus zu erleben (Eintritt: 25 Euro).

Lyrik mit Jazz vereint

Eine Uraufführung wird am Sonntag, 7. Oktober, 17 Uhr, im Betriebswerk Heidelberg gefeiert. In stimmungsvoller Industriekulisse inszeniert der Wahl-Heidelberger Autor Ralph Dutli eine Lyrik-und-Jazz-Performance mit einem internationalen Trio um den Pianisten Paata Dimurishvili. Zu hören gibt es Gedichte von Dutli, aber auch von Lyrikern wie Paul Verlaine und Ossip Mandelstam, dazu improvisierte Musik. Klingt vielversprechend (Eintritt: 18 Euro).

Magische Klänge

Hoch im Kurs steht derzeit das Trio des israelischen Pianisten Shai Maestro. Er hat gerade bei der Plattenfirma ECM das Album „The Dream Thief“ veröffentlicht, das – in typischer ECM-Manier – von sensiblem Zusammenspiel, Zartheit und Klangpoesie geprägt ist. Wer einen Abend ohne allzugroße Aufregung, aber mit stilvoll-kultivierter Sound-Magie verbringen möchte: Am Montag, 8. Oktober, 20 Uhr, spielt das Trio in passendem Rahmen – in der Heidelberger Heiliggeistkirche (Karten: 24 Euro).

Ein Kontrastprogramm zu diesem verträumten Abend bietet das Nationaltheater Mannheim am Dienstag, 9. Oktober, 20 Uhr, im Studio Werkhaus. „James Baldwin und die Beale Street“ konfrontiert mit der harten gesellschaftlichen Wirklichkeit. Dabei geht es um Rassismus und die Unterdrückung der Afroamerikaner, wie sie der US-Autor James Baldwin (1924-1987) beschrieben hat. Die Übersetzerin Miriam Mandelkow diskutiert mit der Autorin, Film- und Literaturkritikerin Verena Lueken über Baldwins Werk, Tala Al-Deen und Nancy Mensah-Offei vom Mannheimer Schauspielensemble lesen aus Baldwins Roman „Beale Street Blues“ (Karten: 13 Euro).

Zurück zum Jazz führt das Gastspiel des griechischen Pianisten Nikolas Anadolis und seinem Trio am Mittwoch, 10. Oktober, 20 Uhr, im Karlstorbahnhof Heidelberg. Mit dem Bassisten Johannes Fink und Yorgos Dimitriadis am Schlagzeug bietet der junge Tastenvirtuose kraftvoll swingenden Pianotriojazz. Der erinnert mal an die Subtilität eines Bill Evans, dann wieder an die Reife von Keith Jarrett oder an die explosive Energie Oscar Petersons. Ein weiteres Beispiel dafür, wie international der Jazz heutzutage geworden ist (Eintritt: 22 Euro). gespi

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