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Enjoy Jazz: Konzerte mit Musik aus Südamerika, Australien, Europa, Asien und Europa

Klangreisen rund um die Welt

Rhein-Neckar.Wer andere Länder kennenlernen will, braucht nicht ins Flugzeug zu steigen. Enjoy Jazz bringt die Klänge der Welt in die Metropolregion Rhein-Neckar.

Von dort kommt Lokalmatador Erwin Ditzner. Er spielt am Donnerstag, 11. Oktober, um 20.30 Uhr beim ersten von drei „Jazz am Neckar“-Konzerten im Rahmen von Enjoy Jazz mit einer internationalen Band: Mit dem georgischen Pianisten Paata Demurishvili und dem brasilianischen Saxofonisten Joander Cruz tritt er im Heidelberger Restaurant Wolfsbrunnen auf (Eintritt frei, Spenden sind erwünscht).

Im Geist des Austauschs

Nicht minder international geht es am Samstag,, 13. Oktober, ab 20 Uhr, im Mannheimer Museum Zeughaus zu: Dort lädt das Festival gemeinsam mit der Orientalischen Musikakademie Mannheim (OMM) zu einem Abend unter dem Motto „Seidenstraße – Lauten der Welt“ ein. Zum zehnjährigen Bestehen der OMM spielen fünf Virtuosen aus Deutschland, dem Iran, der Türkei, Irland und Afghanistan auf den Lauten ihrer jeweiligen Kulturen. Im Orient heißt das Saiteninstrument Oud, in Afghanistan ist es als Rubab bekannt, Lyre heißt es in Irland (Eintritt: 22 Euro an der Abendkasse).

Bei Enjoy Jazz kommt es auch zu manchen Begegnungen, die auf politischer Ebene gar nicht so einfach wären – im Bereich der Musik sind sie möglich. So treffen am Montag, 15. Oktober, im Heidelberger Karlstorbahnhof der Pianist Aruán Ortiz aus Kuna und der Klarinettist Don Byron aus den USA aufeinander – oder besser gesagt: Sie spielen miteinander. Das könnte ein heimlicher Glanzpunkt des Festivals werden: Kubanische Klaviervirtuosität, afroamerikanische Blues-Expressivität und Freiheitsdrang im Dialog, das klingt verheißungsvoll. (Eintritt: 22 Euro, Abendkasse).

Einen Brückenschlag über den Atlantik vollführt der deutsche Saxofonist Sebastian Gille ebenfalls am Montag, 15. Oktober, 20 Uhr, im Ludwigshafener Kulturzentrum das Haus. Dort wird er mit dem SWR Jazzpreis ausgezeichnet und tritt mit zwei Ensembles auf – einem Trio und einem Quartett; bei beiden trommelt der US-Schlagzeuger Jim Black. Gille hat sich als ungemein lyrischer Improvisator einen Namen gemacht, der den samtenen Cool-Sound von Stan Getz mit der hymnischen Poesie des späten John Coltrane vereint und in die Gegenwart transportiert (Eintritt: 20 Euro).

Grandioser Trompeter

Ein spektakulärer Instrumentalist ist am Dienstag, 16. Oktober, 20 Uhr, im Haus zu hören: Der US-Trompeter Ambrose Akinmusire spielt Phrasen und Klangnuancen, die das Ausdrucksvermögen der menschlichen Stimme in sich tragen: Nicht nur Klageseufzer und Wutschreie, sondern ganze Satzfolgen entlockt er seinem Instrument. Seine Soli wirken wie Psychogramme, die Einblicke in Gedankengänge und Gefühlslagen geben. Er kommt mit seinem bestens eingespielten Quartett nach Ludwigshafen (Eintritt: 27 Euro).

Aus Australien kommt das Pianotrio The Necks, das sich anschickt, die Neutöner des Genres wie e.s.t. oder The Bad Plus zu beerben. Am Mittwoch, 17. Oktober, 21 Uhr, wollen die drei den Heidelberger Karlstorbahnhof mit ihrer hypnotischen Trance-Musik in ihren Bann ziehen. Dürfte ihnen gelingen (Eintritt: 26 Euro).

Ein Höhepunkt ganz anderer Art könnte ein Konzert mit Neuer Musik werden: Am Freitag, 12. Oktober, gibt es um 20 Uhr im schmucken Heidelberger Betriebswerk einen Abend als Würdigung des Avantgardisten Bernd Alois Zimmermann (1918-1970). Seine Tochter Bettina Zimmermann wird aus seinem Leben berichten. Das Gesangsensemble Schola Heidelberg und das Ensemble Aisthesis werden Werke des Komponisten spielen, der durch die seinerzeit visionäre Vielfalt seiner Stileinflüsse von Barock bis Jazz heute ungemein modern klingt. gespi