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Kunsthalle öffnet sich für „Jedermann“

Archivartikel

Kunst: Am Samstag freier Eintritt und viele Aktionen mit Vereinen, Initiativen und Gruppen im Atrium

Mannheim.„Kunst für alle“ war sein Motto: Der Gründungsdirektor der Mannheimer Kunsthalle, Fritz Wichert, wollte nicht nur die Eliten ansprechen, sondern auch die Arbeiter. Dazu rief zusammen mit Sozialdemokraten und Gewerkschaften 1911 den „Freien Bund zur Einbürgerung der bildenden Kunst“ ins Leben, der deutschlandweit Furore macht.

7000 Mitglieder gewinnt er bis 1914, als der Erste Weltkrieg beginnt und die Menschen andere Sorgen haben. Aber bis dahin stößt seine „Akademie für Jedermann“ auf große Resonanz, strömen die Menschen zu wöchentlichen Vorträgen und Führungen. „Jede vollwertige Sammlung ist zunächst nur für wenige, aber ihre Aufgabe muss darin bestehen, eine Sammlung für alle zu werden“, sagt Wichert.

Turnen und Chorgesang

Offen für alle – das will die Kunsthalle auch heute wieder sein. Zumindest für einen Tag richtet sie daher nun wieder eine „Akademie für Jedermann“ ein – am Samstag, 13. April von 11 bis 17 Uhr bei freiem Eintritt im Atrium – dem Marktplatz der Kunsthalle.

Workshops, Diskussionen und Aktionen, Kunst, Musik, Bewegung, Performances und Gespräche – all das steht auf dem Programm. Susanne Wichert, die Enkelin von Fritz Wichert und heute an den Reiss-Engelhorn-Museen tätig, zieht Parallelen zwischen den Ideen ihres Opas und heute. Es gibt Gespräche über Kunst und darüber, was Bilder und Themen in den Ausstellungen der Kunsthalle für die Bürger heute bedeuten.

Aber es gibt auch Yoga, gemeinsames Turnen und Singen – alles erkennbar darauf angelegt, einfach die Hemmschwelle zu senken und Menschen anzulocken, für die Kunst nicht, vielleicht noch nicht zum Alltag gehört.