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Kunsthandwerk auf gewölbtem Grund

Ausstellung: Luisenpark lädt ein zum Internationalen Ostereiermarkt / Ovale Dekoration zum Staunen

Mannheim.Ob vom Wellensittich oder dem Strauß, am Wochenende dreht sich alles um das Ei – genauer gesagt um das Osterei. Denn am 13. und 14. April verwandelt sich die Baumhainhalle im Luisenpark zum Basar rund um das leckere Naturprodukt. Auf der Ausstellungsfläche stellen etwa 50 ausgesuchte Künstler aus Europa und Russland ihre Kreationen auf Eierschalen und gewölbtem Grund vor.

Uralter Brauch

Vom uni bemalten Hühnerei bis zum Oval aus Glas können sich Besucher begeistern lassen. Dabei haben einige Länder ihre ganz besonderen Varianten des geschmückten Eis vorzustellen. Während in Rumänien traditionell gebatikt wird, werden die Eier in Ungarn etwa mit Metall verziert. Frankreich ist bekannt für seine Porzellanexemplare, wohingegen in Russland Holzeier wie Ikonen bemalt werden. Ferner wird gekratzt, geätzt, graviert und sogar perforiert.

Natürlich lassen auch altbekannte Maltechniken wie mit Tusche, Öl oder Aquarell schlichte Eier zu wertvollen Exponaten werden. Kreativität kennt auch hier keine Grenzen!

Das bunte Ei ist heute nicht mehr aus dem Osterfest wegzudenken. Berichten zufolge gab es diesen Brauch bereits vor mehr als 1000 Jahren. Im Zehnten Jahrhundert wurden zu im Frühling Eier am Ostermorgen verschenkt. Nachdem sie gekocht wurden, um haltbar gemacht zu werden, wurden sie rot gefärbt. Rot als Symbol für das Blut Jesus Christus. Ab dem zwölften Jahrhundert kam vermehrt der Aspekt der Auferstehung hinzu. In Deutschland berichtet man von gefärbten Eiern im Rahmen des Osterfests erstmals im frühen 13. Jahrhundert.

Da es im Christentum Tradition ist, in der Fastenzeit (von Aschermittwoch bis Ostern) weder Fleisch noch Eier zu essen, wurden sie der besseren Haltbarkeit wegen gegart. Hartgekochte Eier halten bei Zimmertemperatur etwa zwei Wochen lang, gekühlt sogar bis zu vier Wochen. Am Ostersonntag durften die Leckerbissen endlich verspeist werden.

Zum Nachmachen

Manch ein Künstler lässt sich gerne bei der Arbeit über die Schultern gucken. Einige geben auch Tipps, um selbst kreativ zu werden. Der Markt bietet also auch Möglichkeit, den einen oder anderen Kniff zu lernen oder eine besondere Technik zu beobachten. Doch Vorsicht beim Fotografieren: Die meisten Eierkünstler möchten vor dem Schnappschuss um Erlaubnis gebeten werden.

Wer nach all den inspirierenden Kunstwerken die Lust verspürt, selbst einmal ein Ei zu verzieren, kann sich am Leereierstand ein unbearbeitetes Exemplar in jeder Größe für zuhause besorgen. Selbstverständlich sind auch die ausgestellten Kunstwerke käuflich erwerben. Einige geschmückten Exemplare lassen sich auch außerhalb der Osterzeit als schönen Blickfang aufstellen.

Zum 22. Mal findet der Ostereiermarkt im Luisenpark, der als eine der schönsten Parkanlagen Europas gilt, statt. Geöffnet ist die Ausstellung am Samstag von 11 bis 18 Uhr und am Sonntag von 11 bis 17 Uhr. Der Park bietet am Eingang wieder ein Kombiticket an (Park und Markt). Erwachsene kostet dieses 8,50 Euro. Für Kinder von sechs bis 15 Jahren kostet der Eintritt 4,50 Euro. Jahreskarteninhaber zahlen an der Ausstellungskasse 4,50 Euro, für Kinder 1 Euro.