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Mehr als ein Hauch von Woodstock

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Finki: Das Wochenende im Odenwald gehört den Krautrockern und ihren Gästen / Von Westcoast bis Weltmusik

Finkenbach.Dass sein Festival im Finkenbacher Dorfzentrum oft als „Odenwälder Woodstock“ bezeichnet wird, hört Finki-Initiator Mani Neumeier gar nicht so gern: „Das kommt nicht von mir“, sagt er beim Vorabgespräch mit dieser Zeitung. Er habe höchstens das Feeling miteingebracht, sagt der gelernte Free-Jazz-Drummer, der mit seiner Krautrock-Formation Guru Guru am 9. und 10. August auch bei der 37. Auflage wieder das musikalische Herzstück bilden wird.

Vor allem hat der 68-Jährige für Nachhaltigkeit gesorgt, denn seit 1977 ist in Deutschland kein anderes Rock-Freiluftfestival (fast) alljährlich über die Bühne gegangen. Der Jahrgang 2019 ist wieder stark, namhaft und erstaunlich abwechslungsreich besetzt.

Songs von Ten Years After

Den Anfang macht der australische Bluesrocker Rob Tognoni am Freitag um 19 Uhr. Um 21 Uhr gibt sich ein waschechter Teilnehmer des legendären Woodstock-Festivals, das am 15. August vor 50 Jahren stattfand, die Ehre: Leo Lyons. Mit seinem aktuellen Trio Hundred Seventy Split hat der Bassist gerade die Songs neu aufgenommen, die er 1969 mit der Bluesrock-Band Ten Years After am unwettergeschüttelten dritten Woodstock-Tag gespielt hat. Davon sollte es Einiges zu hören geben. Erstklassigen Blues liefert um 23 Uhr die Londoner Band Nine Below Zero, bevor Electric Orange die Finkianer in die Nacht geleiten.

Der Samstag startet psychedelisch mit Sirkus, Adesa lassen afrikanische Klänge folgen, das französische Quintett Lazuli liefert seit 20 Jahren ambitionierten Progressive Rock – und beim experimentierfreudigen Mani Neumeier und Guru Guru kann ab 21 Uhr wie immer alles passieren.

Um 23 Uhr springt das Weltmusik-/Indie-Rock-Trio Dissidenten um Ex-Embryo-Mitglied Uwe Müllrich für das terminlich verhinderte Rock-Urgestein Arthur Brown ein, der seinen 1968er Hit „Fire“ ein anderes Mal wieder durch Finkenbach dröhnen lassen wird. Nachts um 1 Uhr beschließt der Heidelberger Rockgitarrist und Sänger Alex Auer mit seinen Detroit Blackbirds das 37. Finki, teilweise mit ungewohnt schönen Westcoast-artigen Klängen.

Wie der mitveranstaltende FC Finkenbachtal 1946 auf Anfrage mitteilt, bekommen auch Kurzentschlossene noch Karten an der Tageskasse. Wobei es Tagestickets nur für den Samstag gibt – zum Preis von 30 Euro. 

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