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Ausstellung: Kunsthalle Mannheim präsentiert Drucke von Jacques Callot (1592–1635)

Meisterhafte Kupferstiche

Archivartikel

Mannheim.Wie verdorrte Früchte hängen die Leiber Erhängter von einem Baum – keine Spur von Anteilnahme. Die Menschen drum herum kümmern sich nicht weiter um das furchtbare Geschehen, dessen Zeugen sie geworden sind.

Es ist gerade diese fröstelnd kühle, emotionslose Nüchternheit, mit der die Gräuel des Krieges auf dem Kupferstich „Der Galgenbaum“ (1633) dargestellt werden, die es zu einem Meisterwerk machen. Weil es unausgesprochen so viel aussagt über den Krieg und die Menschen.

Das Werk ist das bekannteste Blatt des lothringischen Kupferstechers Jacques Callot (1592-1635). Die Kunsthalle Mannheim ehrt ihn nun mit der Ausstellung „Callot. Graphische Monumente“, die am Donnerstag, 13. September, um 19 Uhr in der Graphischen Sammlung des Museums eröffnet wird. Erstmals sind dort rund 100 Drucke des Künstlers in Mannheim zu sehen.

Einflussreicher Künstler

Zahlreiche Blätter konnten mit der Unterstützung privater Bildpaten und der Landesstelle für Museumsbetreuung Baden-Württemberg für diese Werkschau restauriert werden. Wie die Kunsthalle schreibt, habe Callot als genialer Radierer seinen Darstellungen „Monumentalität und fesselnde Präsenz verliehen“. Der Zyklus „Die Schrecken des Krieges“, zu dem „Der Galgenbaum“ gehört, habe nachhaltig in die Kunstgeschichte weitergewirkt.

Künstler wie Francisco de Goya (1746-1828) oder Otto Dix (1891-1969) seien durch Callot beeinflusst worden, betont die Kunsthalle. Callots Gesamtwerk umfasst 1428 Blätter; die Kunsthalle Mannheim besitzt mit mehr als 500 Radierungen gut ein Drittel seiner Graphiken. Thomas Köllhofer hat die Schau kuratiert.

Die Kunsthalle betont in ihrer Pressemitteilung zur Ausstellung, dass Callots Ästhetik von ihrem „unerschöpflichen Detailreichtum“ lebt. Er sei ein virtuoser Kupferstecher gewesen, der mit einer hoch entwickelten Technik Radierungen mit besonders feiner Linienführung zu gestalten wusste. Noch heute, fast 400 Jahre nach ihrer Entstehung, fasziniert diese Kunst – durch ihre Filigranität und außerordentliche Darstellungskraft. 

Info: Bis 25. November. Eröffnung: Donnerstag, 13. September, 19 Uhr, Kunsthalle Mannheim.