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Mumien und ihre Geheimnisse

Reiss-Engelhorn-Museen: Nach weltweiter Tournee völlig neue Ausstellung in Mannheim

Mannheim.Über drei Millionen Besucher haben sie gesehen, an acht Stationen in den USA sowie zehn weiteren Orten in ganz Deutschland, Italien, Luxemburg, den Niederlanden, in Ungarn und der Schweiz. Nun kommen sie wieder zurück – 20 Mumien aus den Beständen der Reiss-Engelhorn-Museen. Mit zahlreichen weiteren Exponaten und vielen neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen werden sie ab 16. September in einer Ausstellung präsentiert.

Die weltweite Tournee hatte 2010 im California Science Center Los Angeles begonnen. Die Amerikaner waren auf die erfolgreiche Mannheimer Ausstellung 2007/08 aufmerksam geworden. 200 000 Besucher hatte diese erste Mannheimer Mumien-Schau angelockt.

Durch Zufall entdeckt

Sie ging auf einen Zufall zurück. Im Zuge der geplanten Zeughaus-Sanierung waren 2004 im Depot in B 4 längst verloren geglaubte, laut Inventarbuch als „Kriegsverlust“ bezeichnete Mumien aufgetaucht – erst 19, dann eine weitere, später folgte noch ein Exemplar. Mannheim hatte sie 1917 gekauft – von dem für sein Faible für Anthropologie, Zoologie und Ethnographie bekannten Münchner Künstler Gabriel von Max (1840-1915). „Sie sind damals dank bürgerschaftlichem Engagement erworben, aber irgendwann vergessen worden“, so Wilfried Rosendahl, Direktor des Museums Weltkulturen der Reiss-Engelhorn-Museen. Er war es, der damals die Initiative ergriff, die Mumien zu erforschen, sie zu restaurieren und dann zu präsentieren.

Mit Hilfe von Alfried Wieczorek, Generaldirektor der Reiss-Engelhorn-Museen, sowie der Curt-Engelhorn-Stiftung wurde eine eigene Forschungsstelle ins Leben gerufen: das German Mummy Project.

Von Sonntag bis 31. März 2019 präsentieren die Reiss-Engelhorn-Museen nun im Museum Zeughaus eine neue Sonderausstellung „MUMIEN - Geheimnisse des Lebens“ mit vielen neuen Forschungsergebnissen und zahlreichen, in Mannheim bisher nicht gezeigten Mumienfunden.

Über 100 Exponate

Die Präsentation vereint über 100 Exponate, darunter mehr als 50 Mensch- und Tiermumien aus aller Welt – von den Dinosauriern über alte Hochkulturen bis in die Gegenwart.

Ein besonderer Fokus liegt auf der Mumienforschung. Die Besucher lernen unterschiedliche Methoden – etwa mit Hilfe von Siemens Computertomographie – kennen, dazu Methoden der Anthropologie, Genetik oder Forensik. Mit ihrer Hilfe konnten in den vergangenen Jahren viele weitere spannende Rätsel gelöst oder neu aufgeworfen werden. Die Ausstellung beschäftigt sich unter anderem mit den Themen „Vorzeitliche Tiermumien“, „Als Paar im Moor konserviert“, „Mord im Alten Ägypten“, „Ötzis Krankenakte“ oder „Kinderzähne als Glücksbringer in Altamerika“.