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Normas verbotene Liebschaft

Musiktheater: Die erste Opernpremiere der Nationaltheatersaison zeigt Bellinis Klassiker

Mannheim.Die tragische Oper in zwei Akten "Norma" von Vincenzo Bellini, deren Neuinszenierung am Samstag, 14. Oktober, um 19 Uhr Premiere feiert, gilt als Inbegriff des italienischen Belcanto. Opernkenner wissen, dass mit Belcanto nicht nur "schöner Gesang" (so die wörtliche Übersetzung) gemeint ist, sondern dass es sich hier um einen Gesangsstil des 18. und 19. Jahrhunderts handelt, dessen wichtigste Vertreter die Herren Gioacchino Rossini, Gaetano Donizetti und Vincenzo Bellini und auch noch der frühe Giuseppe Verdi sind.

Die Oper "Norma" - wie am Nationaltheater Mannheim üblich in Originalsprache mit deutschen Untertiteln - schildert den Konflikt der Oberpriesterin Norma, die im besetzten Gallien mit dem römischen Prokonsul Pollione heimlich verheiratet ist und sogar mit ihm zwei Kinder hat. Die Novizin Adalgisa gesteht Norma, dass sie ihr Keuschheitsgelübde gebrochen hat und einen Römer liebt, der ihre gemeinsame Flucht nach Rom plant. Als Norma erfährt, dass der heimliche Geliebte Pollione ist, kommt es, wie nicht anders zu erwarten, zur Katastrophe. Natürlich werden wir die dramatischen Verwicklungen des zweiten Aktes hier nicht schildern.

Miriam Clark, in Mannheim in der vergangenen Spielzeit als Aida, Chrysothemis ("Elektra") und Amelia ("Un ballo in maschera") von Publikum und Presse einhellig gefeiert, freut sich unheimlich auf ihre Norma, die sie zuvor schon in Dortmund und Bonn verkörpert hat. Im Gespräch mit unserer Zeitung ist sie voll des Lobes über die Zusammenarbeit mit den durchweg großartigen Kollegen Irakli Kakhidze (Pollione), Julia Faylenbogen (Adalgisa) und Sung Ha (Oroveso, Herrscher der Druiden). Zwei der Rollen sind alternierend besetzt: Andras Hermann als Pollione und Ludovica Bello als Adalgisa.

Die musikalische Leitung ist bei Mannheims stellvertretendem Generalmusikdirektor Benjamin Reiners in allerbesten Händen. Und was die Inszenierung angeht, so hat der international gefragte Regisseur Markus Bothe ja in der vergangenen Spielzeit mit der grandiosen Regiearbeit an Claudio Monteverdis "Il ritorno d'Ulisse in patria" einen überzeugenden Einstand gegeben. Chordirektor Dani Juris hat den Opernchor vorbereitet.