Veranstaltungen

Paukenschlag am Friedrichsplatz

Archivartikel

Mit einem dreitägigen Bürgerfest und vier Ausstellungen eröffnet die Kunsthalle Mannheim am 1. Juni. Im Zentrum steht die große Schau mit dem kanadischen Fotopionier Jeff Wall. Das gesamte Wochenende sind Bürger drei Tage lang kostenlos Museum im Zentrum der Stadt eingeladen.

Mannheim.Ihre Ziele wirken hochgesteckt. 150 000 Besucher möchte Ulrike Lorenz künftig in die am Freitag, 1. Juni, 19 Uhr eröffnende Kunsthalle pro Jahr locken, und die erfahrene Museumsfrau weiß: „Das ist ein Wort. Wir werden hart daran arbeiten müssen.“

Unterdessen dürfen sich kunstinteressierte Menschen, vor allem freilich aus der Region und aus Mannheim – freuen: Nach jahrelangen Bauarbeiten öffnet mit der neuen Kunsthalle der derzeit größte Museumsneubau Deutschlands. Ein dreitägiges Bürgerfest und vier Ausstellungen stehen am Anfang. Im Zentrum steht freilich die große Schau mit dem kanadischen Fotopionier Jeff Wall. Das gesamte Wochenende (Service siehe blauer Kasten auf dieser Seite unten) sind Bürger drei Tage lang kostenlos in das 68,3 Millionen Euro teure Sammlungshaus im Zentrum der Stadt eingeladen. Geplant sind Vorträge, Musikeinlagen und Workshops.

Festakt mit Steinmeier

Bei einem Festakt mit dem Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier und Baden-Württembergs Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) war der Stadt im Dezember symbolisch der Schlüssel übergeben worden. Jetzt hängen alle Kunstwerke, die damals aus technischen Gründen nicht in das Gebäude gebracht werden konnten. Die Kunsthalle beherbergt unter anderem die wohl weltgrößte Privatsammlung mit Werken von Anselm Kiefer.

Wegen seines Standorts inmitten eines Jugendstilensembles und seiner Ummantelung mit einem Netz aus Edelstahl ist der architektonische Entwurf nicht unumstritten. Direktorin Ulrike Lorenz leitet das Museum seit 2009. Kürzlich verlängerte die Stadt den Vertrag mit der im thüringischen Gera geborenen Kunsthistorikerin bis Ende 2023.

Den Beginn mit Jeff Wall kommentiert Lorenz so: „Das ist ein fast klassischer zeitgenössischer Künstler mit einem wirkungsvollen Werk.“ Gleichzeitig eröffnen drei weitere Ausstellungen – unter anderem auch im wiedereröffneten Altbau von Architekt Hermann Billing: „Erinnern“ beschäftigt sich mit der Sammlungsgeschichte, „(Wieder-)Entdecken blickt speziell auf die Museumsgeschichte unter der nationalsozialistischen Herrschaft 1933 bis 1945, und „Carl Kuntz“ zeigt den im 18. Jahrhundert am Hofe arbeitenden Maler. Lorenz will das Haus, das einst den Begriff „Neue Sachlichkeit“ geprägt hat, wieder richtig groß machen: „Wir wollen ein Museum in der Mitte Europas sein. Doch diesen Wirkungsgrad müssen wir uns erst erwerben, dazu braucht es Zeit.“

Zum Thema