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„Rückblick ist Lach-Therapie“

Kabarett: Frederic Hormuths Jahresrückblick „Wie war’s für dich?“ ab 13. Dezember in der Klapsmühl’

Mannheim.„Wie war’s für Dich?“, fragt Frederic Hormuth wie alle Jahre wieder in seinem kabarettistischen Jahresrückblick. Das Programm, das der gebürtige Mannheimer im Telefoninterview als Lach-Therapie verstanden wissen möchte, läuft vom 13. bis 17. Dezember in der heimischen Klapsmühl’ am Rathaus.

Herr Hormuth, Sie schreiben in der Ankündigung ihres Jahresrückblicks: „Auch dieses Jahr ist es mir ein besonderes Waldfest mit Lampionbeleuchtung, auf die vergangenen Monate zurückblicken zu dürfen.“ Ist das Ihr Ernst angesichts der Flut von Polit-Horrorclowns?

Frederic Hormuth: Wie viel Ernst erwarten sie denn von einem Kabarettisten? Jetzt mal im Spaß: Ich freu mich jedenfalls alljährlich auf die reizvolle Aufgabe, aus dem thematischen Gewusel des Jahres etwas Unterhaltsames zu basteln. Und grade wenn es darum geht, die schwierigsten Themen mit einer gewissen vorweihnachtlichen Leichtigkeit in den Griff zu bekommen – das ist schon eine sportliche Herausforderung!

Wobei: Vermutlich war es das spannendste Jahr, seit Sie Ihren Rückblick schreiben. Oder?

Hormuth: Da liegt die Spannung immer im Auge des Betrachters. Ich hatte das Gefühl, dass alle Themen im Grunde schon im Vorjahr angelegt waren. Und jetzt eigentlich fett übers Haltbarkeitsdatum drüber sind. 2017 war quasi ein abgelaufenes 2016. Langsam langt es. Da sind die Grenzen des zeitgeschichtlichen Resteessens erreicht!

War es das schwierigste Jahr, um das Programm zeitlich nicht ausufern zu lassen?

Hormuth: Für manche Themen und Promis heißt es leider: „Du kommst hier nicht rein!“ Ich habe ja die herrliche Freiheit, völlig subjektiv zu entscheiden, was mir erinnernswert erscheint. Mein Rückblick ist weder vollständig und unfehlbar, da bin ich nicht päpstlicher als der Papst.

Vor und während Ihrer Auftrittstermine in der Klapsmühl’ kann ja allein in der Bundespolitik noch viel passieren – eigentlich können Sie ja gar nicht vor Ende der „Tagesschau“ anfangen, oder?

Hormuth: Ich bin ja nicht das Apportier-Hündchen der Gegenwart! Da muss man auch mal loslassen und sich einen satirischen Redaktionsschluss gönnen. Und wenn dann doch noch spontan Trump von Aliens entführt wird oder die AfD eine Minderheitsregierung mit den Grünen anstrebt – dann kann ich das leicht ins Programm aufnehmen, weil ich ja beim Rückblick immer das Manuskript auf der Bühne dabei habe.

Hagen Rether erklärt uns vier Stunden lang, was wir alle besser machen müssten. Was geben Sie den Zuschauern mit auf den Weg?

Hormuth: Lösungen suche ich in meinen regulären Programmen. Der Rückblick ist eher Lach-Therapie: Erinnern und Humor bewahren. Und sich darüber amüsieren, was der Hormuth alles so wichtig findet… jpk