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Sehnsucht nach der Utopie

Tanz: Stephan Thoss feiert am Nationaltheater Premiere mit „Next Paradise“

mannheim.Seit Adam und Eva hat sich einiges verändert. Da dürften sich die meisten Menschen – auch glaubensunabhängig – einig sein. Doch was sind für uns im digitalen, virtuellen Zeitalter paradiesische Verhältnisse? Hier dürften sich die Wünsche, Sehnsüchte und Utopien gehörig unterscheiden. Wie sieht es also aus, das digitale Elysium?

„Next Paradise“ nennt Mannheims Tanzchef Stephan Thoss seine aktuelle Produktion, die am Samstag, 15. Februar, im Nationaltheater Premiere feiert.

Diesmal ist es ein Abend, der Choreographien von Frank Fannar Pedersen, Erion Kruja, Taulant Shehu und Hausherr Stephan Thoss zur Uraufführung „Next Paradise“ vereint.

In Zeiten künstlicher Intelligenz, in denen über fortgeschrittene Robotik und Genmanipulation diskutiert wird, scheinen der Vorgang des Schöpfens und die Utopie eines Paradieses in neuem Licht.

Digitales Elysium

Inspiriert von dem Thema der künstlichen Intelligenz, gestalten der isländische Choreograph Frank Fannar Pedersen sowie Taulant Shehu aus Albanien, der langjährige Tänzer der renommierten Hofesh Shechter Company Erion Kruja und Tanzintendant Stephan Thoss gemeinsam diesen hoffentlich paradiesischen Abend. Ein weiteres Mal greift Mannheims Spartenchef somit auf ehemalige Weggefährten zurück. Taulant Shehu kam 2010 ans Hessische Staatstheater Wiesbaden, wo er bis 2014 unter der künstlerischen Leitung von Stephan Thoss tanzte und seither unter Tim Plegge im Hessischen Staatsballett engagiert ist. Sein Landsmann Erion Kruja blickt ebenfalls auf eine internationale Karriere als Tänzer zurück und ist erst seit 2019 als freier Choreograph tätig. Als choreographisches Forschungsteam tauchen die vier Künstler mit ganz unterschiedlichen Körpersprachen ein in paradiesische Sphären und eröffnen assoziative Räume, in denen unterschiedliche Facetten menschlicher Entwicklung, Neugier und Sehnsucht gespiegelt werden. Spannend ist das auch für die Mannheimer Tanzcompagnie, die sich auf unterschiedliche Arbeitsweisen und Ästhetiken einlässt.

Vielfältigkeit ergibt sich zusätzlich durch eine sehr breit aufgestellte Musikauswahl. Es erklingen unter anderen Kompositionen von Johann Sebastian Bach, Jon Hopkins, Erion Kruja, Arne Stevens, Frédéric Chopin, Ólafur Arnalds, Dirk Maassen oder Laurent Petitgand.

Info: Premiere von „Next Paradise“ ist am Samstag, 15. Februar, um 19.30 Uhr im Schauspielhaus des Mannheimer Nationaltheaters. Um 19 Uhr findet eine Einführung im Unteren Foyer statt. Weitere Aufführungen finden am 21. Februar sowie am 1., 15. und 24. März statt. Karten für alle Vorstellungen gibt es telefonisch unter 0621/16 80 150.

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