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Soddy trifft auf Hadelich

Archivartikel

Klassik: 1. Akademiekonzert mit Mendelssohn, Webern und Brahms’ erster Sinfonie

Mannheim.Es kommt nicht alle Tage vor, dass ein Grammy-Preisträger im Akademiekonzert spielt, zudem auch noch einer, der – zumindest bis zu einem gewissen Grad – eine Mannheimer Vergangenheit hat. Augustin Hadelich ist so einer. 1984 als Sohn deutscher Eltern im italienischen Cecina geboren, verbrachte der mittlerweile weltbekannte Violinist einen Teil seiner Kindheit in Mannheim, wo er Ende der 1990er einen schweren Brandunfall erlitt und mehrmals operiert werden musste.

Nun kommt Hadelich, 2016 für seine Einspielung des Violinkonzerts von Henri Dutilleux mit einem Grammy ausgezeichnet, in den Rosengarten. Am 1. und 2. Oktober spielt er, begleitet vom Nationaltheaterorchester unter seinem Generalmusikdirektor Alexander Soddy, einen Klassiker unter den Violinkonzerten: jenes von Felix Mendelssohn. Es ist eines von Hadelichs Lieblingsstücken, wie er im Gespräch mit dieser Zeitung bekennt: „Das ist ein ganz tolles Stück. Ich liebe es. Ich bekomme nie genug davon.“

Der Abend ist programmatisch traditionell konzipiert. Nach einem kurzen Stück, der „Passacaglia“ d-Moll des jungen Anton Webern, folgt Mendelssohn und nach der Pause dann das, was man als Hauptwerk des Abends bezeichnen könnte: die Sinfonie Nr. 1 c-Moll von Johannes Brahms – nach d-Moll (Webern) folgt also e-Moll (Mendelssohn), dann das dunkle c-Moll von Brahms’ erstem großem Wurf für Orchester, der alles andere als eine Leichtigkeit für ihn war.

Denn er, Brahms, wurde den Schatten des großen Sinfonikers Beethovens nur mühsam oder eben gar nicht los: Vierzehn Jahre hat er sich mit seiner „Ersten“ geplagt, bei ihrer Uraufführung war er 43, und gleich maulten die Kritiker, es handle sich hier um „Beethovens Zehnte“. Das Schöne aber, so befinden auch die Menschen von der Musikalischen Akademie, sei, „dass dieser Erstling das ganze Komponistenleben“ von Brahms bis zum Jahr 1876 enthält: Kammermusik, Choräle, Volkslieder – und musikalische Grüße an die geliebte Freundin Clara Schumann. Was für ein Programm! dms