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Stile und Spiele der Bilder

Kunst: Das Institut für Deutsche Sprache zeigt die Schau "Bild-Sprache"

Mannheim.Bilder besitzen ihre eigene Sprache. Das leuchtet jedem ein. Doch was diese Sprache gemein hat mit unserer Alltagssprache oder was sie von dieser unterscheidet, das ist nicht leicht auszuloten. Am Institut für Deutsche Sprache (IDS) stellt man sich ab dem 18. Oktober mit der neuen Ausstellung "Bild-Sprache" dieser weitreichenden Frage, die zahlreiche Arbeiten des Künstlers Wolfgang Glass vereint.

Bild-Sprache kann dabei sowohl die Sprache der Bilder meinen als auch die Sprache, mit welcher Bilder beschrieben werden. Es ist auch darum ein stimmiger Zusammenklang der Ausstellung, da das IDS per se für eine Sprache steht, die gewissen Regeln und Vereinbarungen unterliegt, während die Sprache der Bilder sich in einem viel freieren Raum bewegt. Bilder haben ihre eigenen "Sprachstile" und "Sprachspiele".

Wolfgang Glass - der sich selbst als Vorsitzender des Kunstvereins Neustadt an der Weinstraße damit auskennt, über Kunst zu reden - hat auch für seine Bilder eine Sprache gefunden. Es sind gezeichnete und gemalte Überlagerungen, die oft mit kollagenhaften Elementen und Versatzstücken spielen. Man muss sie in gewisser Weise lesen lernen und die einzelnen Elemente zu einem Satz zusammenbringen, bis man an den Kern gelangt, an ihre Aussage.

Dabei orientiert sich Wolfgang Glass nicht nur an den Vorbildern der Pop-Art, sondern stützt sich bei seinen Arbeiten auch auf die Kunst der Comics. Denn gerade die pointierte Art, in einer Zeichnung große Inhalte in eine körperliche Geste zu übersetzen, imponiert Glass sehr. So setzt er zuweilen große Themen wie Leben und Tod oder Liebe und Hass in stark komprimierte Aussagen zusammen und man darf gespannt sein auf die Eröffnung der Ausstellung, zu der auch Ludwig Eichinger (Direktor des IDS) Stellung nehmen wird. jos