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Stummfilm und flotte Show

Capitol: Jubiläums-Wochenende erinnert mit vier Veranstaltungen an die ursprüngliche Lichtspielhaus-Tradition

Mannheim.Mit einem Jubiläumswochenende, das an die Vergangenheit als Lichtspielhaus erinnert, startet das Capitol in die Feiern zum 90. Geburtstag des Hauses. 165 Veranstaltungen in 122 Tagen folgen von September bis Ende Dezember - "ein absoluter Vorstellungsrekord", so Thorsten Riehle, der Geschäftsführer des Live- und Eventhauses in der Mannheimer Neckarstadt.

Am 30. Dezember 1927 war das Capitol von der Mannheimer Kinobesitzerfamilie Müller als großes, damals 1200 Plätze bietendes Lichtspielhaus mit Murnaus Film "Sunrise - A song of two Humans" eröffnet worden, begleitet von der riesigen Kinoorgel. Ein Stummfilm, in Schwarz-weiß - heute undenkbar.

Offenes Haus

Vielmehr wird es fröhlich, laut und bunt. Und doch knüpft das Capitol zum Auftakt des Jubiläums an die cineastische Tradition an, etwa heute mit einer Filmmusik-Gala, am Freitag mit dem Kult-Film "Rocky Horror Picture Show" einschließlich aufwendiger Live-Show, und auch der Murnau-Film "Sunrise" von vor 90 Jahren darf als Reminiszenz nicht fehlen - er wird am Sonntag zu sehen sein, live am Flügel begleitet von Stephan Graf von Bothmer. Er füllt mit seinen Stummfilm-Konzerten Theater und Konzerthäuser auf fünf Kontinenten.

Am Jubiläumstag selbst, dem 30. Dezember, steigt dann "ein rauschendes Hausfest", verspricht Riehle: "Musik, Comedy, Musical, es wird von unseren Produktionen etwas geben, wir öffnen das Haus, das Ensemble will einfach mit unserem treuen Publikum feiern", so der Capitol-Chef. Das geht dann quasi gleich in die Silvester-Party über.

Das Ensemble, die Eigenproduktionen - das ist es, was die Stärke des Capitol seit 20 Jahren ausmacht, seit Riehle und sein Team hier Regie führen. 1997/98 war "Der kleine Horrorladen" die erste Produktion von Georg Veit, dessen Handschrift seither das Haus in der Mittelstraße prägt. "Seither hatten wir viele großartige Produktionen", so Riehle - alleine derzeit laufen etwa sechs, die noch nicht abgespielt sind, parallel. Darauf kann nun sogar mit einer Sonder-Edition von Eichbaum-Bier angestoßen werden.

"Wir sind mit dem Publikum gewachsen und verwachsen", so Veit. Manche, die zunächst zum Kindertheater gekommen seien, besuchten heute Musicals oder Rock-Shows. Die Nähe zum Publikum, die "bunte und kreative Stadt Mannheim", all das wirke "sehr inspirierend". Er sei auch "unheimlich stolz", wenn man sich die schwierigen Anfänge des Capitol-Teams vor 20 Jahren vor Augen führe.

Das bekräftigt Sascha Krebs, seit 2001 Ensemblemitglied, zugleich weiter in Deutschland und Österreich vielfältig engagiert. "Der Stellenwert vom Capitol ist unheimlich groß geworden in der Musicalbranche", das Haus hat einen Namen", so Krebs. Das liege auch daran, dass es "organisch gewachsen und mit Mannheim verwachsen" sei: "Ich kenne kein Haus, so gesund gewachsen ist und so ein außerordentlich gutes Standing hat", so der Sänger und Schauspieler.