Veranstaltungen

Tanzender Feuervogel

Festspiele Ludwigshafen: Dreiteiliges Programm der Dance Company aus Brasilien im Pfalzbau

Ludwigshafen.Die São Paulo Dance Company, eine der wichtigsten Gruppen Lateinamerikas und in der vorletzten Spielzeit mit dem Ballettklassiker „Don Quixote“ in Ludwigshafen zu Gast, steuert zu den Festspielen Ludwigshafen in diesem Jahr ein modernes dreiteiliges Programm bekannter Choreographen bei, und zwar am Freitag, 6. Dezember, und Samstag, 7. Dezember, jeweils um 19.30 Uhr.

Zwänge und Verzweiflung

Das Tanzstück „Trick, Cell, Play“ von Édouard Lock handelt vom Erinnern und Vergessen, dem kulturellen Gedächtnis der Menschheit und dessen Gefährdung. Lock bringt seine Tänzer zur Musik von Gavin Bryars physisch und psychisch an ihre Grenzen, indem er sie in immer wieder jäh aufblitzenden Lichtkreiskegeln in Zellen sperrt, die zum Korsett der Zwänge und Verzweiflung werden, wie es in der Vorankündigung des Pfalzbaus heißt.

Der Pas de deux „Der Feuervogel“, von Marco Goecke 2010 zum 100. Geburtstag Michel Fokines kreiert, trägt unverkennbar die Handschrift des Choreographen. Goecke inter-pretiert darin zu Igor Strawinskys Musik das russische Märchen neu und lässt in seinem Tanzstück zwei unterschiedliche Naturen aufeinandertreffen: einen tanzenden Vogel und einen Menschen, der sich in die Lüfte erhebt. Goecke zählt zu den derzeit bedeutendsten zeitgenössischen Choreographen. Viele Jahre fest am Stuttgarter Ballett engagiert, schuf er Choreographien für bekannte Ensembles wie das Hamburg Ballett und das Ballet de Monte Carlo.

Den Abschluss des Abends bildet Joëlle Bouviers Choreographie „Odisseia“. Inspiriert von den Flüchtlingsproblemen unserer Zeit, schickt sie ihre Tänzer auf eine Reise zu sich selbst. Zu Musik von Heitor Villa-Lobos und Bachs Matthäuspassion setzt sich das Stück mit Themen wie Wandel und Fortschritt, Abschied und Hoffnung auseinander. sba

Info: Restkarten gibt es ab 30 Euro an der Abendkasse.

Zum Thema