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Enjoy Jazz: Altmeisterin Carla Bley und Elektronik-Hexer Jan Bang spielen zum Festivalstart

Rhein-Neckar.Gleich zum Auftakt prunkt Enjoy Jazz mit stilistischer Vielfalt. Getreu dem Motto „Festival für Jazz und Anders“ gibt es schon in der ersten Woche Musik ganz unterschiedlicher Machart.

Carla Bley, die Grande Dame der zeitgenössischen Szene, zelebriert beim Eröffnungskonzert (Mittwoch, 2. Oktober, 20 Uhr, BASF-Feierabendhaus Ludwigshafen) kammermusikalischem Jazz, der an die Tradition das Klavier-Kauzes Thelonious Monk und des Freigeistes Jimmy Giuffre anknüpft. Mit Steve Swallow (E-Bass), Andy Sheppard (Saxofon) und Billy Drummond (Schlagzeug) wird die 83-jährige Pianistin und Komponistin altersweisen Jazz präsentieren. Der ist mit großem Wissen um harmonische Reibungen und melodische Verkettungen auf das Essenzielle reduziert, sprüht aber vor Intensität.

Geradezu futuristisch mutet im Vergleich dazu die Musik des Elektronikers Jan Bang an. Der Residenzkünstler des Festivals hat sich als innovativer Klangtüftler einen Namen gemacht. Mit Mischpult und Sampler schaltet er sich in musikalische Prozesse ein und verändert diese durch den Einsatz von Filtern, Effektgeräten und Reglern. So entstehen Live-Remixe in Echtzeit, die er bei seinem ersten Enjoy-Jazz-Auftritt mit den Trondheim Voices (Samstag, 5. Oktober, 21 Uhr, Karlstorbahnhof Heidelberg) präsentiert. Nicht minder spektakulär verspricht Bangs Begegnung mit dem (in Quintettformation auftretenden) Ensemble, Modern zu werden (Sonntag, 6. Oktober, 19 Uhr, Karlstorbahnhof). Mit dem Gitarristen Eivind Aarset und Drummer Anders Engin wird Bang dagegen sakralartige Klangwelten für eine unsakrale Welt ergründen (Mittwoch, 9. Oktober, 20 Uhr, Heiliggeistkirche Heidelberg). gespi

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