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Virtuose auf vier Saiten

JAZZ: Starbassist Stanley Clarke tritt am Freitag in der Schwetzinger Wollfabrik auf

Schwetzingen.Einer der großen Jazzstars ist am Freitag, 5. Juli, um 20 Uhr in der Wollfabrik Schwetzingen zu erleben: Stanley Clarke, der in den 1970er Jahren das Spiel auf dem E-Bass revolutionierte, ist dort mit seiner Band zu Gast.

Eine vielversprechende Gruppe bringt er in die Wollfabrik: Mit dabei sind Beka Gochiashvili (Piano), Cameron Graves (Keyboards), Shariq Tucker (Schlagzeug), Salar Nader (Tabla, Percussion) und Evan Garr (Violine). Graves ist wohl das bekannteste Mitglied des Ensembles; er wurde in der Band des Jazz-Überfliegers Kamasi Washington bekannt. Garr dagegen sorgte bei einem anderen Könner für Furore, in der Gruppe des Gitarristen Al DiMeola. Und Tucker saß schon bei Alicia Keys und R. Kelly am Schlagzeug.

Als Teenager erfolgreich

Eine virtuose Truppe also – und Virtuosität spielt eine wichtige Rolle in der Musik von Stanley Clarke. Er begann seine Karriere Anfang der 1970er Jahre als Wunderkind. Bei Jazzgrößen wie Joe Henderson und Stan Getz sorgte er bereits im Teenager-Alter für Aufsehen wegen seines fingerfertigen Spiels, zunächst auf dem Kontrabass.

Als er 1973 in die Band Return To Forever des Pianisten Chick Corea eintrat, begann sein steiler Aufstieg, Clarke wechselte zum E-Bass, auf dem er mit atemberaubender Geschwindigkeit halsbrecherische, ungemein elastische Linien spielte. Außerdem perfektionierte er die Slap-Technik, bei der die Saiten mit dem Daumen perkussiv angeschlagen werden.

Er wurde so zu einem stilbildenden Musiker auf seinem Instrument – und auch zu einem in der Popszene gefragten Studiomusiker, Clarke ist etwa auf Alben von Santana, Aretha Franklin, Donna Summeroder Al Jarreau zu hören.

Unter eigenem Namen hat er mehr als 20 Alben veröffentlicht, durch die sich sein technisches Können wie ein roter Faden zieht. Auf seinem jüngsten Album „The Message“ beeindruckte er 2018 mit einer vielschichtigen Mischung aus Funk, Hip-Hop und Fusion, swingendem Akustik-Jazz und eigenwilligen Klassik-Bearbeitungen. Im Zentrum steht auf diesem Album nach wie vor das ungemein schmiegsame, zugleich aber auch pointiert zupackende Spiel dieses Ausnahme-Bassisten. Wer ihn kennt, weiß, dass Clarke live noch um einiges mitreißender agiert als im Studio. gespi

Karten gibt es für 49,50 Euro (plus Gebühren) im Vorverkauf unter alte-wollfarbik.de und an der Abendkasse für 59 Euro.