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Voller Tragik, Hass und Leidenschaft

Klassik: Deutsche Radio Philharmonie aus Kaiserslautern konfrontiert Dmitri Schostakowitsch mit Krzysztof Penderecki

Mannheim.Ursprünglich war wohl ein monothematisches Porträtkonzert mit dem SWR Symphonieorchester und dem Titel „Schostakowitsch – ein Leben“ geplant. Nun wird die Deutsche Radio Philharmonie spielen – und auf dem Programm steht nicht nur Schostakowitschs Musik, sondern auch die des 85-jährigen Krzysztof Penderecki, der – und das ist die eigentliche Sensation an diesem Abend des 12. Januar – im Mozartsaal des Mannheimer Rosengartens auch am Pult des Orchesters aus Saarbrücken und Kaiserslautern stehen wird.

So stoßen also Pendereckis zweites Violinkonzert mit dem Titel „Metamorphosen“ sowie das Adagio aus seiner Sinfonie Nr. 3 auf Schostakowitschs neunte Sinfonie Es-Dur – ein Programm, das es in sich hat.

Weder Pendereckis noch Schostakowitschs Musik müssen dem Hörer Angst machen. Zwar sind beide Werke Zeugnisse eines von modernen und konservativen Strömungen umkämpften und zerrütteten Musikjahrhunderts und spiegeln teils auch die politischen Verhältnisse wider; Schostakowitschs Dritte etwa stammt von 1945, Pendereckis Musik aus den 1990er Jahren, also aus der Zeit, in der er sich längst von den Dogmen und Ansichten der mitteleuropäischen Avantgarde distanziert hatte. Aber beide Komponisten erfreuen sich seit vielen Jahren beim Publikum großer und immer noch steigender Beliebtheit. Und alle Werke unterstreichen das absolut meisterhafte Gespür der beiden Komponisten für klangliche und zeitliche Abläufe – und wie bei aller großer Kunst vereinen sie auch eine ganze Welt im Werk – voller Tragik, Hass, Spott, aber auch Freude, Ironie und Leidenschaft.

Solist bei den von Anne-Sophie Mutter 1995 uraufgeführten „Metamorphosen“ ist Ye-Eun Choi, eine Stipendiatin der Anne-Sophie Mutter Stiftung, die sich hochbegabten jungen Talenten widmet. Und diese Stiftung befindet über Ye-Eun Choi, dass sie sich „durch einen einzigartigen Klang“ auszeichne, durch „ein reiches, warmes Timbre, das sich aus einer hoch sensitiven Klanggebung und einem dynamischen Enthusiasmus zusammensetzt“. Das verspricht doch einiges.