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Vom Tänzer zum Choreograph

Nationaltheater: In der „Choreographischen Werkstatt“ präsentieren Tänzer von ihnen entwickelte Bewegungsabläufe

Mannheim.Die Perspektive wechseln. Das versuchen die Tänzer des Mannheimer Nationaltheaters (NTM). Im Rahmen der „Choreographischen Werkstatt“ haben sie Gelegenheit, Bewegungsabläufe für sich und ihre Mittänzer zu erfinden und zu entwickeln.

Ihre Ergebnisse präsentieren die neun NTM-Ensemblemitglieder am Dienstag, 17. Juli, Donnerstag , 19. Juli, und Freitag, 20. Juli, um jeweils 19.30 Uhr im NTM-Tanzhaus Käfertal. Die Themen, denen sich die Jungchoreographen in ihren Darbietungen widmen, sind sehr vielfältig.

Breites Themenspektrum

So fragt sich Lorenzo Angelini, der 2016 ans Nationaltheater Mannheim kam, in „How to dance ,Contemporary’“ wie sich zeitgenössischer Tanz begrifflich fassen lässt. David Müller (NTM-Schauspiel-Ensemblemitglied) spielt den Choreographen Heinrich Müller, der dem Publikum das moderne Bewegungsvokabular näherbringen will. Unterstützt wird er von sechs Tänzern, die die beschriebenen Bewegungen vorführen.

Schwerere Kost ist dagegen unter anderem Zoulfia Choniiazowas „Akzeptanz“. Die gebürtige Tadschikin untersucht in ihrer Choreographie die Spannungen zwischen biologischem Geschlecht und Identität, der Transsexuelle ausgesetzt sind. Der Spanier Juan Ferré Gómez tanzt das Stück zu „One Step at a Time“ und „Schizophrenia“ von Alexandre de Splat. Beide Stücke des französischen Komponisten sind Teil des Soundtracks zu „The Danish Girl“, einem Film über die transsexuelle Malerin Lili Elbe.

Das Thema Akzeptanz klingt auch in Jamal Rashann Callenders Choreographie an. Der Juilliard-Absolvent beschäftigt sich in seiner Darbietung „BRAVE“ mit der Entwicklung von Rassebeziehungen.

Dazu untermalt er seine Performance mit Musik und Texten der afroamerikanischen Bürgerrechtsbewegung. Ähnlich düster aber weniger hoffnungsvoll ist Alexandra Chloe Samion und Joris Bergmans „Silent Spring“. Ihre Choreographie, getanzt von Vítek Korínek, ist inspiriert von dem wahrscheinlich ausgestorbenen Schuppenkehlmoho. Der Singvogel ist dafür bekannt, für seinen Partner zu singen. Sie beschäftigen sich mit der Stille, die zurückbleibt, wenn der letzte Schuppenkehlmoho keine Antwort mehr auf seinen Gesang bekommt.