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Von Tango über Butoh

Tanz: Das Festival Freier Tanz im Delta präsentiert in seiner achten Ausgabe sechs sehr verschiedene Tanzabende

Mannheim.Mehr Abwechslung ist kaum möglich. Am Mittwoch, 4. Juli, hat die achte Ausgabe des Festivals Freier Tanz im Delta begonnen. Bis Samstag, 14. Juli, sind an sechs Tanzabenden jeweils drei bis sechs Darbietungen zu sehen – die meisten davon sind Premieren.

Von den insgesamt 30 Stücken, die auch dieses Jahr wieder im Theater Felina-Areal aufgeführt werden, dauern manche nur fünf, andere 30 Minuten.

Kein klassischer Kurator

Mindestens genauso abwechslungsreich sind die verschiedenen Künstler, die Sascha Koal, der künstlerische Leiter des Freie-Szene-Festivals, zusammengetrommelt hat. „Ich kuratiere nicht im klassischen Sinne. Die Künstler haben keine thematischen Vorgaben, sondern treten mit Ideen und Vorschlägen an mich heran“, erklärt Koal.

Neben Choreographen und Tänzern aus dem Delta der Metropolregion, finden sich auch Künstler aus Städten wie Berlin und Amsterdam im Festivalprogramm. Dadurch treffen Choreographen und Tänzer mit verschiedenen künstlerischen Werdegängen zusammen.

So hat die amerikanische Choreographin Amelia Eisen, die vor einem Jahr von San Francisco nach Mannheim gezogen ist, eine Tanzperformance für Veronika Kornova-Cardizzaro entwickelt. Kornova-Cardizzaro, die lange Zeit als Tänzerin am Nationaltheater Mannheim (NTM) tätig war, tanzt in Eisens Choreographie „Warrior“. Mit der neunminütigen Performance will Eisen die Frau ehren, weshalb sie im Programmheft das „o“ durch das Venussymbol ersetzt, und die tschechische Tänzerin als starke Kämpferin inszeniert.

Die Darbietung ist neben fünf weiteren Stücken am Donnerstag zu sehen. Neben Kornova-Cardizzaro sind einige weitere ehemalige NTM-Tänzer mit von der Partie. So tanzt unter anderem der New Yorker Brian McNeal am sechsten Festivalabend ein – von der Japanerin Aki Kato choreographiertes – Solo.

Die Choreographin und Tänzerin Aki Kato war selbst lange Ensemblemitglied des NTM und leitet seit 2001 die Ballettschule Tanzforum.

Neben Tänzern wird die Bühne des Felina-Areals bei einigen Darbietungen auch von Musikern und Schauspielern bevölkert.

So erklingt eine Violine bei dem Butoh-Stück „Ryu Boku“ der Gruppe „Kitsune And The Burning Violin“, das am Donnerstag, 12. Juli, zu sehen ist. Butoh bezeichnet eine Art des japanischen Tanztheaters, bei der die Darsteller häufig weiß geschminkte Gesichter haben und fast nackt sind. Außerdem begleitet das Duo Milontan die Tänzer Kirill Berezovski und Pascal Sangl mit Cello und Klavier bei ihrem „Tango Vigoroso“, den sie am Samstag, 14. Juli, auf die Bühne des Felina-Areals bringen.