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Walter Sittler in der Rolle von Erich Kästner

Archivartikel

Schauspiel: Am 3. und 4. August kehrt der Schauspieler mit einem Gastspiel an seine alte Wirkungsstätte in Mannheim zurück

Mannheim.Walter Sittler sagt, er wollte eigentlich nie allein auf der Bühne stehen – aber nun tut er es doch: Am Samstag, 3. August, und Sonntag, 4. August, ist der Schauspieler in einer Solorolle am Mannheimer Nationaltheater (NTM) zu sehen. Für den 66-Jährigen ist es zugleich eine Rückkehr an einen bekannten Ort: Sieben Jahre lang, von 1981 bis 1988, lebte der heutige Wahl-Stuttgarter, der ursprünglich einmal Arzt werden wollte, in Mannheim und spielte, frisch von der Falckenberg-Schule für Schauspiel in München kommend, am NTM.

Nun schlüpft Sittler im Rahmen eines Gastspiels in die Rolle des 1899 in Dresden geborenen und 1974 in München gestorbenen Schriftstellers Erich Kästner, dessen Bücher er erstmals im Alter von sechs Jahren in der elterlichen Bibliothek – sein Vater war ein US-amerikanischer Literaturprofessor – erspähte, wie er erzählt.

„Als ich ein kleiner Junge war“, eine Sammlung von Kästners Kindheitserinnerungen, beginnt Ende der 1940er Jahre mit sieben Menschen – einem Schriftsteller und sechs Musikern, die in einem Raum gestrandet sind. Draußen auf dem Boulevard der Morgen, der sich bläulich getönt ankündigt. Während der Autor mit den Augen eines Erwachsenen und dem Herzen eines Kindes seine Erinnerungen wiedergibt, setzen sich die Musiker nach und nach an ihre Instrumente, begleiten die Geschichten, kommentieren sie, treiben sie voran.

„Eine deutsche Geschichte – oder: Prost, Onkel Erich!“ setzt die Lebensgeschichte fort. Man schreibt das Jahr 1919. Aus dem kleinen Jungen ist ein junger Mann geworden. Der Erste Weltkrieg ist verloren – Nahrungsmittel werden knapp, Kohlen fehlen, die Deutschen hungern und frieren. Erich Kästner ist von Dresden nach Leipzig gezogen, er studiert. Gemeinsam begeben sich die sieben Protagonisten auf einen Streifzug durch das Leben des Moralisten, porträtieren mit Gedichten, Briefen und Kurzgeschichten den scharfzüngigen Poeten – mal melancholisch, manchmal ernst, vor allem aber mit viel Herz und Humor. sba/mer

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