Veranstaltungen

Weltstar Maisky eröffnet

Klassik: Boian Videnoffs Mannheimer Philharmoniker starten in ihre 10. Spielzeit

Mannheim.Was war Mischa Maisky begeistert damals, 2014, als er zusammen mit den Mannheimer Philharmonikern in Madrids Auditorio Nacional spielte. „Es ist ein wunderbares Orchester“, schwärmte er nach dem Konzert im Interview mit dieser Zeitung in seiner Garderobe, Boian Videnoff mache seine Sache sehr gut. Es herrsche, so Maisky, „eine tolle Atmosphäre.“ Maisky, stolzer Vater vieler Kinder, spielt sehr gern mit jungen Menschen aus verschiedenen Nationen zusammen. Das „größte Übel auf der Welt bleibt die Angst vor den anderen und vor ihren Göttern“, sagte er. Deswegen gebe es Kriege überall auf der Welt. Das Land und die Sprache spielten beim Musizieren überhaupt keine Rolle. Das sei das Schöne an diesem Orchester, den Mannheimer Philharmonikern, so Maisky in Spanien.

Damals spielte er Robert Schumanns Cellokonzert mit Videnoff, und diese Kollaboration wird nun in Mannheim wiederholt: Am 10. Oktober, um 20 Uhr starten die Philharmoniker in ihre schon 10. Saison – mit Maisky, mit Schumann, mit erstmals einem zeitgenössischen Werk (Fang Mans „Noir“) und mit dem Evergreen schlechthin: Antonin Dvoráks Neunter in e-Moll, bekannt auch als „Aus der Neuen Welt“, weil der Komponist in ihr US-amerikanische Realität folkloristisch auf Erinnerungen aus seiner tschechischen Heimat prallen lässt.

Erstmals gehen die Mannheimer Philharmoniker für dieses Konzert in den größten Konzertsaal der Stadt: den Mozartsaal des Rosengartens. Früher spielte man im etwa halb so großen Musensaal, der aber auch akustisch Nachteile hat.

Fang Man, in China geborene US-amerikanische Komponistin, ist derzeit Komponistin in Residence der Mannheimer Philharmoniker. Ihr Werk „Noir“ bezieht sich auf Henri Matisses „Black is a force“ und stammt aus dem Jahre 2005. Es ist ein kraftvolles Werk voller Klangexplosionen, die mitunter auch leicht filmischen Charakter haben. Der Siebenminüter, in dem Perkussionsinstrumente wie Tam-Tam, Röhrenglocken oder Woodblocks zum Einsatz kommen, ist eher der Postmoderne verpflichtet und hält neben Überraschungen auch sehr harmonische Momente bereit.

Zum Thema