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Zwei Gitarren für Winnetou

Pop: Adax Dörsam und Claus Boesser-Ferrari widmen Martin Böttcher ein Album

Hemsbach.Adax Dörsam und Claus Boesser-Ferrari sind ausgezeichnete Gitarristen. Und sie haben noch zwei weitere Eigenschaften, die im Musikgeschäft ebenso wertvoll wie selten sind: Humor und Selbstironie. In einem neuen Projekt haben sie sich indes auf eine weitere Gemeinsamkeit besonnen: die Liebe zu Karl-May-Filmen – und der dazugehörigen Musik Martin Böttchers.

Ihr Album „The Winnetou Tapes“ stellen sie am Sonntag, 17. Juni, 20 Uhr, in der ehemaligen Synagoge in Hemsbach (Mittelgasse 16) vor.

Zur moralischen Prägung einer ganzen Generation haben Karl-May-Filme mit Pierre Brice als Winnetou erheblich beigetragen – auch dank des Soundtracks von Martin Böttcher, dessen Geigen Kinoleinwand und Herzen endlos weiteten. Wenn sich Adax Dörsam und Claus Boesser-Ferrari nun dieser Musik annehmen, leugnen sie bei aller Neigung zum Schräg-Abgedrehten nicht, dass auch sie Produkte jener Zeit sind.

Selbstredend parodieren und überdrehen sie – was angesichts der Distanz nachdenklicher Mittsechziger zu den Sensationen ihrer Jugend selbstverständlich ist. Aber dabei lassen sie die sentimentale Pseudo-Präriestimmung mancher der Breitwandkompositionen auf nur zwei Gitarren authentisch aufleben. Sie schaffen so eine liebevolle Hommage an die alten Zeiten, in denen ein Ehrenwort noch ein Ehrenwort war und uneingeschränkt Bestand hatte.

Dabei gelingt es Dörsam und Boesser-Ferrari auf virtuose Weise, die Originale hauchfein und elegant zu entkitschten, zumal die Saitenklänge den Nummern sowieso eine andere Farbe geben. sdo