Vermischtes

Prozess Mann hatte Anwältin erschossen

80-Jähriger geständig

Archivartikel

Neubrandenburg.Im Mordprozess um tödliche Schüsse auf eine Rechtsanwältin in Waren an der Müritz hat der 80 Jahre alte Angeklagte ein Geständnis abgelegt. „Ich habe geschossen, weil ich mich bedroht gefühlt habe“, sagte er gestern vor der Schwurgerichtskammer am Landgericht Neubrandenburg. Er sei aber nicht mit dem Vorsatz dort hingegangen, die Frau zu töten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann Mord aus Heimtücke vor.

Der Rentner hatte die Anwältin am 1. Februar in ihrer Kanzlei aufgesucht. Es kam laut Anklage zum offenen Streit und die Juristin wurde mit drei Schüssen in Hals und Kopf getötet. Der Angeklagte flüchtete, wurde aber noch am Tatabend in seiner Wohnung gefasst. Zeugenhinweise und Aussagen von Angehörigen des Opfers führten zu dem Schützen. Dem tödlichen Vorfall ging eine lange vermögensrechtliche Auseinandersetzung voraus. Wie der Angeklagte berichtete, hatte sich der Mann der Anwältin mehrfach unter falschem Vorwand größere Geldsummen bei ihm geborgt. Dazu sei man auch dreimal mit dem Auto der Anwältin nach Luxemburg gefahren, um Geld von einer Bank zu holen.

Als er das Geld zurückverlangte, sei er jahrelang hingehalten worden. Das Landgericht Neubrandenburg hatte dem Angeklagten bereits 2015 in einem Zivilprozess gegen die Anwältin und deren Mann Recht gegeben. Beide schuldeten dem Mann rund 94 000 Euro.