Vermischtes

Unwetter Groß-Projekt gegen Hochwasser sollte bereits 2014 in Betrieb gehen / Viele Urlauber stornieren Reisen

Ärger um Venedigs unfertigen Flutschutz

Archivartikel

Venedig.Angesichts des Hochwassers in Venedig ist ein Streit über den Flutschutz der Unesco-Welterbestadt entbrannt. Ein Milliarden-Projekt zum Hochwasserschutz sollte längst fertig sein – doch Skandale und schleppende Bürokratie verzögerten den Bau. Hoteliers beklagen schwere Schäden an Touristenunterkünften. Viele Urlauber hätten ihre Reisen storniert, sagte Laura Ferretto vom Hotelverband Federalberghi Veneto. „Es gab viele Versprechen, und nichts wurde getan“, sagte sie mit Bezug auf den Flutschutz.

Das Projekt namens „Mose“ (Modulo Sperimentale Elettromeccanico) sollte 2014 in Betrieb gehen. Dabei sollen ausfahrbare Barrieren an drei Eingängen in die Lagune das Hochwasser abhalten. Vor mehr als 15 Jahren begannen die Arbeiten, ein Korruptionsskandal verzögerte den Bau aber. Auch gibt es Kritik, dass ein Eingriff in das sensible Ökosystem der Lagune mehr schade als nutze.

Politiker versicherten nun, dass das Projekt 2020 fertig werde. „In den letzten Jahren gab es viele Skandale. Es gab schwere Verzögerungen“, räumte Infrastrukturministerin Paola De Micheli ein. Jetzt seien aber 93 Prozent fertiggestellt.

Die italienische Regierung hat unterdessen den Notstand beschlossen. Damit werden 20 Millionen Euro an Soforthilfen für die Lagunenstadt freigegeben. Kulturdenkmäler seien durch salziges, schmutziges Wasser in Mitleidenschaft gezogen worden, sagte Kulturminister Dario Franceschini. Der Wasserstand war am Mittwoch auf 187 Zentimeter über dem normalen Meeresspiegel gestiegen. dpa

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