Vermischtes

Moskau 13 Tote und mehrere Schwerstverletzte bei Notlandung auf dem Flughafen Scheremetjewo

Aeroflot-Maschine geht in Flammen auf

Archivartikel

Moskau.Bei einem der schwersten Flugzeugunglücke in Moskau seit Jahren sind 13 Menschen ums Leben gekommen – in einer brennenden Maschine des Typs Suchoi Superjet-100. Unter den Toten sind zwei Kinder, wie das staatliche Ermittlungskomitee in der russischen Hauptstadt gestern Abend mitteilte. Bilder zeigen, wie die in Flammen stehende Maschine der Gesellschaft Aeroflot auf der Landebahn des Flughafens Scheremetjewo rollt. Schwarzer Rauch steigt auf. Mehr als 70 Menschen waren an Bord des Flugzeugs, das unterwegs nach Murmansk im Norden Russlands war.

Mehrere Menschen tragen bei dem Unglück schwerste Verletzungen davon, wie Einsatzkräfte berichten. Die Ursache für die Havarie ist zunächst unklar. Scheremetjewo gilt als der größte und sicherste Flughafen Russlands.

Medien berichteten von einem möglichen Motorschaden. Es gab auch Berichte, nach denen ein Blitz in die Maschine eingeschlagen habe. Als die Maschine aufprallte, platzte nach ersten Erkenntnissen der Ermittler auch der voll befüllte Treibstofftank. Blitzschnell breitete sich das Feuer aus. Der hintere Teil der Maschine stand komplett in Flammen. Dicke Rauchwolken stiegen in den Himmel. Es werde in mehrere Richtungen ermittelt, sagte Swetlana Petrenko vom staatlichen Ermittlungskomitee der Agentur Interfax. Kremlchef Wladimir Putin ordnete eine gründliche Aufklärung an.

Pilot meldet Probleme

Die Maschine war rund eine halbe Stunde nach dem Start notgelandet, der Pilot gab mindestens ein Signal, dass es technische Probleme gibt, wie Medien berichteten. Ersten Erkenntnissen zufolge brach auch der Funkkontakt ab. Die Piloten konnten sich retten. Dutzende Rettungswagen waren im Einsatz, um die über Notrutschen geretteten Menschen zu versorgen.

Die Flugaufsichtsbehörde schickte Experten nach Scheremetjewo, um die Unglücksursache zu untersuchen. Sie sollten auch prüfen, ob die Sicherheitsvorkehrungen eingehalten wurden. Auch Kriminalbeamte waren im Einsatz, wie die Behörden mitteilten.

Der Suchoi Superjet-100 (SSJ-100) ist der Stolz der russischen Luftfahrt, die erste Neuentwicklung seit dem Ende der Sowjetunion vor gut 30 Jahren. Seit 2011 sind die Maschinen im Einsatz. Immer wieder gab es Berichte über Pannen und Zwischenfälle. Doch ein vergleichbares Unglück hat es mit dem Flugzeugtyp bisher nicht gegeben.

Der Verkauf läuft schleppend – vor allem international hatte Russland auf einen Absatz der Mittelstreckenflugzeuge gehofft. Die nun verunglückte Maschine war 2017 in Betrieb genommen worden, im April war die letzte Inspektion, wie die Agentur Tass unter Berufung auf Luftfahrtkreise meldete.