Vermischtes

Prozess Jugendliche wollten Lehrer erschlagen

Angeklagter bestreitet Mordabsicht

Archivartikel

Dortmund.Angespannt wirkt der Lehrer Wolfgang Wittchow, als er am Dienstag ins Dortmunder Landgericht kommt. Im Mai 2019 sollen drei Jugendliche – zwei von ihnen waren seine Schüler – den Plan gefasst haben, ihn zu erschlagen. Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass die heute 17, 18 und 19 Jahre alten Angeklagten vorhatten, Wittchow in einen Hinterhalt zu locken, indem sie einen medizinischen Notfall simulierten. Dabei sollen sie gehofft haben, dass sich der Lehrer zu dem am Boden liegenden Jugendlichen hinabbeugt. Dann, so heißt es, wollten sie ihn mit Hämmern erschlagen. Wittchow wurde aber offenbar skeptisch. Statt in die Falle zu gehen, soll er sich entschieden haben, einen Rettungswagen zu alarmieren. Die Anklage gegen die deutschen Staatsbürger lautet auf Mordversuch.

Acht Verhandlungstage angesetzt

Schon am ersten Verhandlungstag weist einer der drei Angeklagten die Vorwürfe zurück. Die Verhandlung findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Thomas Jungkamp, Sprecher des Dortmunder Landgerichts, gibt anschließend ein kurze Information. Danach hat der Angeklagte „jede Tötungsabsicht bestritten“. Und auch die übrigen Angaben zum Ablauf des Tages hätten nur teilweise mit denen in der Anklageschrift übereingestimmt.

Für den Prozess hat das Gericht zunächst acht Verhandlungstage bis Ende April vorgesehen. Das Jugendstrafrecht sieht eine Höchststrafe von zehn Jahren Jugendhaft vor. dpa

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