Vermischtes

Prozess Schadenersatz wegen Untersuchungshaft

Arzt fordert 1,2 Millionen

Archivartikel

Braunschweig.Gut vier Jahre nach seinem Freispruch im Prozess um den Göttinger Transplantationsskandal hat ein Arzt seine Schadenersatzforderung in Millionenhöhe vor einem Gericht verteidigt. Wegen der elfmonatigen Untersuchungshaft habe er eine gut dotierte Stelle in Jordanien mit einem Monatsgehalt von 50 000 US-Dollar nicht antreten können, sagte der Chirurg am Freitag vor dem Landgericht Braunschweig. Die Vereinbarung mit dem Fixgehalt sei aber nur per Handschlag getroffen worden.

In dem Zivilverfahren verlangt der frühere Leiter der Transplantationschirurgie an der Göttinger Universitätsklinik etwa 1,2 Millionen Euro vom Land Niedersachsen. Das Landgericht Göttingen hatte den Mediziner 2015 vom Vorwurf des elffachen versuchten Totschlags und der dreifachen Körperverletzung mit Todesfolge freigesprochen.

Die Richter bescheinigten zwar eine verwerfliche Manipulation medizinischer Daten, die eine schnellere Zuteilung von Organen für seine Patienten bewirkt habe. Wegen der damaligen Rechtslage sah das Gericht aber keine Strafbarkeit. dpa

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