Vermischtes

Gedenktag Sekte ermordete vor 50 Jahren Schauspielerin Sharon Tate und sechs weitere Personen / Rassenkrieg als Ziel

Auf den Spuren der „Manson-Family“

Archivartikel

Los Angeles.Der Cielo Drive schlängelt sich durch die Hügel über Beverly Hills. Die Gegend bietet einen grandiosen Ausblick auf Los Angeles. 10050 Cielo Drive zählt aber auch zu den berüchtigtsten Adressen der Metropole: In der Nacht zum 9. August 1969 wurden hier die Schauspielerin Sharon Tate, drei Freunde sowie ein Student von der „Manson Family“ ermordet.

„Hier stellten sie ihren 1959er Ford ab, liefen die steile Straße hoch und schnitten die Telefonleitungen durch“, erzählt Tour-Veranstalter Scott Michaels auf der „Helter Skelter“(Hals über Kopf)-Tour. Vier Stunden dauert die Fahrt zu den Tatorten einer der schlimmsten Mordserien in den USA, die sieben Opfer forderte. Mit dem Jahrestag sei das Interesse angestiegen, erzählt der 56-Jährige. „Dieser Fall hat alles: Monster und Moviestars, es war reiner Terror. Die Menschen hatten Angst, sich abends ins Bett zu legen.“

Die Tour ist nur für Erwachsene, keine grausamen Details werden ausgespart. Michaels spielt Aufnahmen von Interviews und Prozessmitschnitten vor. Täter erzählen, wie sie dutzendfach auf ihre Opfer einstachen und mit deren Blut „Pig“ und „Death to Pigs“ (Tod den Schweinen) auf Wände schrieben.

Personenkult initiiert

Tate stand am Anfang ihrer Karriere. Die 26-Jährige hatte in „Die nackten Tatsachen“ mitgespielt, als Roman Polanski sie für die Gruselkomödie „Tanz der Vampire“ vor die Kamera holte. Im Januar 1968 heirateten sie.

Polanski war in London, als drei Frauen und ein Mann mit Bajonetten, Pistolen und Messern in die Villa eindrangen. Tate hatte Besuch von ihrem Ex-Freund, Starfriseur Jay Sebring. Verstümmelt und mit einer Schnur um den Hals wurden sie gefunden. Auch die Kaffeefirma-Erbin Abigail Folger und ihr Freund waren umgebracht worden. In der nächsten Nacht ermordete die Gruppe die Geschäftsleute Leno und Rosemary La Bianca.

Drei Monate lang hatte die Stadt Angst, bis Manson und vier Mitglieder seiner Sekte verhaftet wurden. Mansons Botschaften bestanden aus Bibel- und Beatleszitaten. Er wollte einen Rassenkrieg zwischen Schwarzen und Weißen anstiften, um am Ende selbst als Anführer aufzutrumpfen. Seine Ideologie nannte er „Helter Skelter“ nach dem Song der Beatles. Er ließ sich als Satan oder Jesus verehren und schickte Mädchen zum Anschaffen und zum Morden los.

1971 wurde Manson wegen Anstiftung zu den Bluttaten zum Tode verurteilt, was in lebenslange Haft umgewandelt wurde. 2017 starb er mit 83 Jahren. Tex Watson, Patricia Krenwinkel und Leslie van Houten haben ihre Taten bedauert und sitzen eine lebenslange Strafe ab. dpa

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