Vermischtes

Russland Ölkatastrophe bedroht artenreiche Arktisregionen / Gift auch im Süßwasserspeicher

Auf Jahre verseucht

Archivartikel

Norilsk.21 000 Tonnen ausgelaufener Diesel – seit zwei Wochen kämpfen Einsatzkräfte in Norilsk gegen die größte Ölkatastrophe, die die Region je erlebt hat. Der riesige Ölteppich auf den Gewässern ist für die idyllische Natur im hohen Norden Russlands eine Katastrophe beispiellosen Ausmaßes.

Die rötlich schimmernde Flüssigkeit aus einem havarierten Treibstofflager bei der Stadt Norilsk hat sich in den Flüssen Daldykan und Ambarnaja ausgebreitet. Von dort ist das Gift in den Süßwasserspeicher Pjassino geflossen. „Das ist ein wunderbarer See mit ungefähr 70 Kilometern Länge – und natürlich gibt es da auch Fische und eine herrliche Biosphäre“, sagt der Gouverneur des Krasnojarsker Gebiets, Alexander Uss. Doch nun erlebt die russische Arktisregion die größte Ölkatastrophe ihrer Geschichte, wie die Umweltschutzorganisation Greenpeace feststellt. Für Russlands indigene Völker sind die fischreichen Gewässer lebenswichtige Ernährungsgrundlage. Und auch wenn der Ölteppich durch Sperren auf dem Wasser an der Ausbreitung gehindert und dann abgetragen wird, erwarten die Experten noch für Jahre Probleme. Der Grund: Die giftigen Diesel-Bestandteile lösen sich heraus und belasten Wasser und Fische.

Vor allem müsse nun verhindert werden, dass sich der giftige Treibstoff den Weg über den Fluss Pjassina weiter nach Norden bahnt in die Karasee, ein Randmeer des Arktischen Ozeans, sagt Gouverneur Uss. Hunderte Einsatzkräfte haben schon tonnenweise verseuchten Boden abgetragen und auch von der Wasseroberfläche Öl abgeschöpft. Wegen der kurzen Sommer im Norden hat die Natur nur wenig Zeit, sich zu regenerieren. Vor allem für den Abbau von Ölprodukten wichtige Bakterien gibt es in der Region wegen der langen Winter kaum. dpa

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