Vermischtes

Unglück Mindestens sieben Touristen sterben bei Kollision auf der Donau in Budapest

Ausflugsschiff sinkt binnen Sekunden

Archivartikel

Budapest.Bei einer der schlimmsten Schifffahrtskatastrophen in der neueren Geschichte Ungarns sind am späten Mittwochabend in den Fluten der Budapester Donau mindestens sieben Reisende aus Südkorea ums Leben gekommen. Nach dem Zusammenstoß mit einem viel größeren Kreuzfahrtschiff kenterte das Ausflugsboot „Hableany“ (Nixe) mit den Südkoreanern an Bord und versank binnen weniger Sekunden.

19 südkoreanische Passagiere und zwei ungarische Besatzungsmitglieder - der Kapitän und ein Matrose – galten am Donnerstag noch immer als vermisst. Das teilten ungarische Behördenvertreter auf einer Pressekonferenz in Budapest mit. Die Aussichten, sie lebend zu finden, wurden als gering eingeschätzt.

Schwierige Suche

Sieben Passagiere waren bereits unmittelbar nach dem Unglück gerettet worden. Zivilisten von Schiffen, die gerade in der Nähe waren, hatten sie spontan aus dem Wasser gezogen. Die Überlebenden erlitten Unterkühlungen und wurden in Krankenhäusern behandelt.

Träge floss die oft als blau besungene, hier jedoch braune Donau am Tag danach unter der Budapester Margaretenbrücke dahin. Schäumende Wirbel rund um die Stelle, die vielen Menschen zum nassen Grab geworden ist, verrieten ein wenig davon, wie gefährlich dieser Strom in Wirklichkeit ist. Das Minenräumboot „Dunaujvaros“ der ungarischen Armee war dort schon am Morgen vor Anker gegangen.

Die Pioniersoldaten begannen mit der Konstruktion einer Tauchplattform. Speziell ausgebildete Taucher sollen zum Wrack des gesunkenen Schiffs vordringen und seine Bergung vorbereiten. Der hohe Wasserstand, die starken Strömungen und die schlechten Sichtverhältnisse erschweren ihre Arbeit. „Die Bergung des Wracks kann noch Tage, ja sogar eine Woche dauern“, zitierte die Nachrichtenagentur MTI eine darauf spezialisierten Firma.

Der verhängnisvolle Zusammenstoß ereignete sich am Mittwoch um 21.05 Uhr, erklärte Oberst Adrian Pal von der ungarischen Polizei am Donnerstag auf der Pressekonferenz in Budapest. Unter der Margaretenbrücke sei das kleine Ausflugsschiff vor das größere Kreuzfahrtschiff gebogen, wodurch es zu der Kollision kam. Das kleinere Schiff kenterte und ging „binnen sieben Sekunden“ unter, sagte Pal.

Auf dem größeren Schiff – dem unter Schweizer Flagge fahrenden Flusskreuzfahrtschiff „Viking Sygin“ – wurden weder Gäste noch Besatzungsmitglieder verletzt, wie eine Sprecherin des Unternehmens Viking mitteilte. „Wir arbeiten bei Bedarf mit den Behörden zusammen.“

Wie Pal weiter ausführte, leitete die Polizei ein Strafverfahren gegen unbekannt wegen Gefährdung mit massenhafter Todesfolge ein. Der Kapitän der „Viking Sigyn“ und weitere Besatzungsmitglieder wurden als Zeugen befragt. Weitere Angaben wollte der Polizeioberst unter Berufung auf die laufenden Ermittlungen nicht machen.

Der erste Notruf war um 21.15 Uhr, also zehn Minuten nach der Kollision, bei der Polizei eingegangen. Unmittelbar darauf begannen große Such- und Rettungseinsätze von Polizei, Feuerwehr, Katastrophenschutz und Rettungsdienst. Große Scheinwerfer beleuchteten Teile der Oberfläche der Donau in Budapest. dpa