Vermischtes

Tourismus Ab Samstag ist der Aufstieg auf den Uluru verboten

Australiens „heiliger Berg“ wird gesperrt

Archivartikel

Uluru.Ein letztes Mal noch. Am Freitag, um kurz vor sieben, wird es am Uluru noch einmal sein wie bisher jeden Morgen. Ein letztes Mal noch warten Hunderte Touristen aus aller Welt, die alle hinauf wollen auf den Brocken aus rotem Fels mitten in der australischen Wüste, der zwischendurch Ayers Rock hieß, bis man ihn wieder so nannte wie die Ureinwohner, die Aborigines, immer schon. In dieser Größe und dieser Farbe gibt es einen solchen Berg nirgendwo sonst auf der Welt.

Auf Bitten der Aborigines, der Anangu, die hier seit mehr als 30 000 Jahren zuhause sind, ist der Weg auf den „heiligen Berg“ von Samstag an offiziell verboten. Wer sich trotzdem bei einer Kletterei erwischen lässt, muss mindestens 630 australische Dollar (knapp 390 Euro) zahlen. Es kann deutlich teurer werden, bis hin zu ein paar Monaten im Gefängnis.

Besucher lassen Abfall liegen

Dass das Verbot kommt, steht bereits seit Herbst 2017 fest. Seither laufen die Vorbereitungen. Die letzten Jahre baten die Anangu alle Besucher darum, freiwillig unten zu bleiben. Viele hielten sich daran. Zehntausende machten sich trotzdem auf den anderthalb Kilometer langen Weg nach oben.

Parkchef Sammy Wilson, selbst ein Anangu, begründet das Verbot so: „Der Uluru ist für uns ein extrem wichtiger Ort. Kein Spielplatz und auch kein Freizeitpark wie Disneyland.“ Wenn es nur das wäre: Trotz aller Schilder und Broschüren lassen Touristen haufenweise ihren Abfall liegen. Mangels Toiletten verrichten manche auf dem Unesco-Weltkulturerbe auch ihre Notdurft.

Feierliche Zeremonie

An manchen Tagen sah es am Uluru so aus wie auf dem Foto vom Mount Everest, das im Frühjahr um die Welt ging: eine lange Schlange von Menschen, dicht an dicht. Alles in allem werden es in diesem Jahr mehr als 400 000 Besucher gewesen sein. Zum Vergleich: In der Anfangszeit des Uluru-Tourismus, in den 1950er-Jahren, waren es ein paar Hundert.

Mit dem Kletterverbot enden fast anderthalb Jahrhunderte Geschichte: Der erste Weiße dort oben war wahrscheinlich 1873 der englische Entdecker William Goose. Er benannte ihn nach Sir Henry Ayers, einem ehemaligen Premierminister von South Australia. An diesem Wochenende soll es am Uluru eine feierliche Zeremonie geben, von Aborigines und Weißen gemeinsam.

Nächste Woche werden die Kette abgebaut und die 138 stählernen Pfosten, die bis zu 30 Zentimeter in den roten Stein gerammt wurden. Die Gedenksteine für die Toten und die Platte, die ganz oben in alle Richtungen weist, werden ebenfalls nach unten geholt. Die Einzigen, die künftig noch klettern dürfen, sind die Anunga. Sie haben dazu aber keinen Grund. Ihre heiligen Stätten sind alle unten am Uluru, in der roten Erde.

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