Vermischtes

Verkehr Anklage wegen fahrlässiger Tötung / Unfallverursacher gibt Technikfehler die Schuld

Autoraser vor Gericht

Saarlouis.Drei junge Männer sind in getunten Autos unterwegs, es kommt zu einem Unfall, ein 14-jähriges Mädchen stirbt. Doch weil sich wohl nicht beweisen lässt, dass es sich um ein illegales Autorennen handelte, steht der 23 Jahre alte Dennis M. seit gestern nicht wegen Mordes, sondern nur wegen fahrlässiger Tötung in Tateinheit mit vorsätzlicher Gefährdung des Straßenverkehrs und fahrlässiger Körperverletzung vor dem Amtsgericht Saarlouis.

Den Ermittlungen zufolge ging der Angeklagte im August 2016 bei Überherrn im Landkreis Saarlouis viel zu schnell in eine Kurve, verlor die Kontrolle über das Fahrzeug und verletzte die 14-Jährige tödlich. Ein 16-Jähriger erlitt schwere Verletzungen.

Fuhr "wie ein Rennfahrer"

Der Angeklagte, der mit seinem Fahrzeug öfter auf dem Nürburgring unterwegs war, fuhr auch an jenem verhängnisvollen Abend laut Staatsanwältin "wie ein Rennfahrer". Vor Gericht zeigte er sich wenig schuldbewusst: Der Unfall sei vor allem deshalb passiert, weil das Antiblockiersystem (ABS) nicht funktioniert habe, als er mit etwa 90 Stundenkilometern vor einer engen, nicht einsehbaren Kurve gebremst hatte. "Ich konnte nicht damit rechnen, dass die Technik versagt. Dafür kann ich ja nichts", sagte der Verfahrensmechaniker. Er sei auf der Strecke ohnehin "sehr zart" gefahren.

Erst am Samstag war in Mönchengladbach ein Fußgänger (38) bei einem illegalen Autorennen getötet worden. Ende Februar waren erstmals in Deutschland zwei Raser nach einem tödlichen Rennen in Berlin des Mordes schuldig gesprochen worden. dpa