Vermischtes

Gesundheit Robert Koch-Institut rät Risikogruppen, sich zu schützen / Engpässe in Rheinland-Pfalz

Bereits über 2000 Grippe-Fälle - teils fehlt es an Impfstoff

Berlin.Rund 2400 Grippe-Fälle sind in Deutschland seit Oktober gemeldet worden, darunter auch sechs Todesfälle. Allein in der ersten Januarwoche seien es 489 Fälle gewesen, sagte gestern Silke Buda vom Robert Koch-Institut. Die vergangene Grippe-Saison sei stürmischer losgegangen. Die Dunkelziffer liege aber stets höher, weil nicht alle Grippekranken untersucht würden. Nur laborbestätigte Fälle müssen an die Gesundheitsämter gemeldet werden.

Die Komponenten des Impfstoffs passten gut zu den bislang entdeckten Viren des Typs A. „Wer noch nicht geimpft ist und zu den Risikogruppen gehört, sollte das jetzt tun“, so Buda. Dazu zählten über 60-Jährige, chronisch Kranke, Schwangere und medizinisches Personal. Es dauert allerdings bis zu zwei Wochen, bis ein Impfschutz aufgebaut ist. Und es ist nicht sicher, dass jeder Arzt noch Impfstoff bekommt.

Wegen des Impfstoffmangels in dieser Saison hat Deutschland Tausende Dosen Grippe-Impfstoffe aus EU-Ländern importiert. Dennoch gibt es mancherorts Engpässe bei der Versorgung. So auch in Rheinland-Pfalz: Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) sprach in Mainz von einer „fatalen Versorgungssituation“ in der laufenden Grippesaison 2018/2019.

In Hessen wurden seit Herbstbeginn rund 70 Grippefälle gemeldet. „Die Meldezahlen zeigen keine außergewöhnliche Häufung“, so eine Sprecherin des Sozialministeriums in Wiesbaden. Im Winterhalbjahr davor seien es etwa 215 Fälle gewesen. Im November war den hessischen Apothekern aufgrund hoher Nachfragen der Impfstoff ausgegangen. Knapp 30 000 Impfdosen konnten aus Polen und Schweden nachbestellt werden. Alle Impfdosen seien ausgeliefert worden; derzeit gebe es keine weiteren Nachfragen mehr.

Ob es auch in Baden-Württemberg zu Engpässen kommt, konnte das Gesundheitsministerium in Stuttgart nicht sagen. Ob Großhändler und Apotheker diese Möglichkeit genutzt haben, ist dem Ministerium laut einem Sprecher nicht bekannt. Das Land habe keinen direkten Einfluss auf die bestellten Impfstoffmengen. Aktuell seien 348 Influenza-Erkrankungen bekannt. 2017/18 habe die Zahl zum gleichen Zeitpunkt bei 706 gelegen.

Die vergangene Grippewelle hatte das RKI bereits als stärkste in Deutschland seit Jahren gewertet. Geschätzte neun Millionen Menschen sind wegen einer Influenza zum Arzt gegangen, vermutlich starben mehr als 20 000 Menschen.