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Gesundheit Diskussion um Mindestpreis für Hochprozentiges / Drogenbeauftragter will gefährlichen Konsum verhindern

„Billig-Alkohol hat nichts mit Genuss zu tun“

Archivartikel

Berlin.Der in Schottland eingeführte Mindestpreis für Alkohol könnte nach Ansicht von Suchtexperten ein Vorbild für Deutschland sein – die Bundesregierung zeigt sich offen. „Wir können uns nicht zurücklehnen und abwarten, sondern müssen gemeinsam weiter nach passenden Lösungsansätzen für Deutschland suchen“, sagte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Wenn wir wollen, dass in Deutschland weniger Menschen alkoholabhängig werden, weniger Jugendliche ,komasaufen’, dann ist nicht nur die Politik gefragt.“

Mortler sagte auch: „Billig-Alkohol zum Discountpreis hat nichts mehr mit Genuss zu tun, sondern zielt auf Masse und animiert gerade Jüngere mit wenig Einkommen zum ,Saufen’. Das Problem ist doch, dass Alkohol in unserer Gesellschaft viel zu allgegenwärtig, viel zu selbstverständlich ist.“

In Schottland gilt seit dem 1. Mai ein Mindestpreis für Alkohol. Bier, Wein und Spirituosen müssen jetzt so teuer sein, dass der darin enthaltene reine Alkohol für 50 Pence (57 Cent) pro zehn Milliliter verkauft wird. Auf diese Weise sollen innerhalb von fünf Jahren rund 400 Todesfälle verhindert werden.

Erster, wichtiger Schritt

Raphael Gaßmann, Geschäftsführer der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen, sagte den Funke-Zeitungen, ein Mindestpreis sei der erste, wichtige Schritt, um den Alkoholkonsum zu senken. Es sei nachgewiesen, dass mehr Alkohol getrunken werde, je niedriger sein Preis sei. „Wer den Alkoholkonsum reduzieren will, muss dafür sorgen, dass die in Deutschland unverhältnismäßig niedrigen Preise für alkoholische Getränke angehoben werden.“

Der Suchtexperte des AOK-Bundesverbands, Kai Kolpatzik, wirbt für höhere Preise: „Deutschland zählt zu den Hochkonsumländern. Deshalb plädiere ich dafür, auch hierzulande stärker über höhere Preise von Alkohol nachzudenken.“ dpa

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