Vermischtes

Prozess Vanessa Münstermann bekommt nach Säureangriff eine Viertel Million Euro Schmerzensgeld zugesprochen

„Bin total glücklich über Entscheidung“

Archivartikel

Hannover.Säure entstellte ihr das Gesicht: Zweieinhalb Jahre nach einem Angriff hat Vanessa Münstermann vom Landgericht Hannover eine Viertel Million Euro Schmerzensgeld zugesprochen bekommen. „Ich bin total glücklich über die Entscheidung“, sagte sie, wie der Sprecher von Münstermanns Opferhilfe-Verein über ihre erste Reaktion berichtete. Sie selbst erschien am Dienstag nicht vor Gericht.

Münstermann habe vor, mit Hilfe eines Gerichtsvollziehers zumindest einen Teil des Schmerzensgeldes zu bekommen. „Den Atem von Vanessa wird er immer spüren“, sagte der Sprecher mit Blick auf den zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilten Ex-Freund. Dieser hatte die damals 27-Jährige Anfang 2016 mit Schwefelsäure übergossen. Münstermann verlor ein Auge und ein Ohr; Narben zerfurchen bis heute ihre linke Gesichtshälfte.

Die Größenordnung des Schmerzensgeldes sei außergewöhnlich, aber von der Kammer für angemessen befunden worden, sagte ein Gerichtssprecher. Entscheidend sei der Beschluss des Täters gewesen, sein Opfer „hässlich“ machen zu wollen, hieß es in einer Mitteilung vom Gericht. „Die Schäden kann man eigentlich in Geld gar nicht bemessen“, betonte der Sprecher. Schmerzensgeld erfülle auch eine Genugtuungsfunktion.

Ob der Täter das Geld an seine Ex-Freundin je zahlen können wird, ist unklar. Nach dem Strafprozess hatte er bereits 50 000 Euro an Münstermann bezahlen müssen. Nach Angaben seines Anwalts ist der Täter pleite. Eine Insolvenz werde jedoch nicht dazu führen, dass er sich aus dieser Verpflichtung befreien könne, betonte der Gerichtssprecher. dpa