Vermischtes

Heidelberger Uniklinik Staatsanwaltschaft Mannheim sieht keine Indizien für den Verdacht auf Insiderhandel und gesetzeswidrige Absprachen

Bluttestskandal: Behörde stellt Ermittlungen ein

Archivartikel

Mannheim/Heidelberg.Die Staatsanwaltschaft Mannheim hat ihr Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit dem Bluttestskandal am Uniklinikum Heidelberg eingestellt. Es habe sich bei den fünf Beschuldigten kein „hinreichender Tatverdacht für strafrechtlich relevantes Verhalten ergeben“, teilte die Behörde am Donnerstag mit.

Gegen wen sich das Verfahren konkret richtete, gab sie nicht bekannt. Die Ermittlungen waren in Gang gekommen, nachdem das Uniklinikum im April 2019 Anzeige gegen Unbekannt gestellt hatte. Konkrete Vorwürfe wurden nicht genannt. Im Raum sollen aber der Verdacht auf Insiderhandel und Kursmanipulation gestanden haben.

Kursbewegungen in China

So war der Aktienkurs des chinesischen Pharmakonzerns NKY Medical vor dem 21. Februar 2019 gestiegen – dem Tag, an dem der Bluttest aus Heidelberg medienwirksam als „Weltsensation“ vorgestellt wurde. Dies hätte ein Hinweis auf Insiderhandel sein können. Der chinesische Konzern hielt Anteile an der Firma Heiscreen NKY, die den Bluttest für den chinesischen Markt entwickeln und vermarkten sollte. Die Staatsanwaltschaft Mannheim kommt nun aber zu dem Schluss, dass es keine Indizien für den Verdacht der Marktmanipulation durch die Pressekampagne gebe. Eine entsprechende Vorschrift im Wertpapierhandelsgesetz sei auf die deutsche Börse beschränkt, hier habe man keine börsenrelevanten Vorgänge festgestellt. Insgesamt gebe es keine Anhaltspunkte für Absprachen, die gegen Gesetze verstoßen hätten. Auch in Zusammenhang mit der Firma Hei-screen lägen keine Hinweise auf strafbares Verhalten vor. Heiscreen war 2017 gegründet worden, um den Bluttest zu vermarkten. Neben der Firma TTH, einer Tochtergesellschaft der Heidelberger Uniklinik, investierten unter anderem Unternehmer Jürgen Harder und Christof Sohn in Heiscreen. Sohn ist Chef der Heidelberger Frauenklinik und hatte den Bluttest öffentlich vorgestellt.

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