Vermischtes

Frankreich Frau des früheren Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy veröffentlicht neues Album

Carla Bruni kehrt als Musikerin zurück

Paris.Ihr Gesang klingt immer noch wie eine Mischung aus Summen und Hauchen, die Stimme sanft und rau zugleich, die ab und zu kunstvoll bricht. Dazu spielt die Gitarre diskret im Hintergrund - wie gehabt bei Carla Brunis Musik. Die Lieder, die sie auf ihrem neuesten Album singt, stammen hingegen nicht mehr aus ihrer eigenen Feder, so wie es früher überwiegend der Fall war, als sie leichte französische Chansons zum Besten gab und damit nach ihrer Karriere als Topmodel eine als Sängerin startete.

Französisch auf ihrer gerade erschienen CD "French Touch" ist hingegen nur der dezente Akzent, bei den Liedern handelt es sich um englischsprachige Pop- und Rock-Klassiker. Englische Lieder wollte ihr Produzent David Foster - doch diese selbst zu schreiben, traute sie sich nicht zu, wie sie zugibt. Also interpretiert Carla Bruni auf ihre eigene oder auch eigensinnige Weise ihre ganz persönlichen Lieblingslieder, darunter "Enjoy the silence" von Depeche Mode, AC/DCs "Highway to hell" oder "Miss You" von den Rolling Stones, mit deren Frontmann Mick Jagger sie in den 90ern eine Affäre hatte.

Ihrem Mann, Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy, gefalle am besten ihr Cover des ABBA-Hits "The winner takes it all", verriet die einstige Première Dame. Demnächst wird die 49-Jährige sie auf der Bühne vorstellen.

Professionelle Eleganz

Das kann sie jetzt wieder, da ihrem Mann das politische Comeback misslang, der eigentlich einen neuerlichen Anlauf bei den Präsidentschaftswahlen machen wollte und nun stattdessen in die Wirtschaft ging. Während seiner Zeit im Élysée-Palast musste Carla Bruni ihre Show-Karriere aussetzen, begleitete ihn stattdessen zu offiziellen Terminen und auf Staatsbesuchen, gründete ihre Stiftung, die sich unter anderem dem Kampf gegen Aids verschrieben hat. Stets trat sie dabei mit vornehmer Zurückhaltung und professioneller Eleganz auf - sich und ihren Körper zu präsentieren war schließlich lange ihr Job. Als alte Nacktfotos von ihr auftauchten, war das weniger angenehm - aber eben auch Teil ihrer Geschichte.

Nach Frankreich kam Carla Bruni im Alter von sieben Jahren, weil ihre Familie sich angesichts der Bedrohung durch die kommunistische Untergrundorganisation Rote Brigaden in Italien nicht mehr sicher fühlte. Dass der Großindustrielle Alberto Bruni Tedeschi nicht ihr leiblicher Vater war, sondern der Geschäftsmann Maurizio Remmert, erfuhr sie erst später.

Brunis Mutter Marisa Borini war Konzertpianistin und spielte auch in Filmen ihrer zweiten Tochter, der Regisseurin Valeria Bruni-Tedeschi, mit. Carla Brunis Halbbruder Virginio starb 2006 an den Folgen einer HIV-Infektion.

Ein Architektur-Studium brach Bruni als junge Frau für den Start ihrer Model-Karriere ab, defilierte in den Folgejahren für große Häuser von Chanel bis Dior, bewarb Dessous, nahm kleine Filmrollen an und zierte die Titelblätter von Frauen- und Modemagazinen. Mit 29 verabschiedete sie sich vom Modeln, um es mit einer Gesangs-Karriere zu versuchen. Zum Showbusiness gehörte sie längst schon. Monogam könne sie nie leben, verriet sie etwas kokettierend bei früheren Interviews. Zu ihren einstigen Liebhabern soll auch Eric Clapton gehört haben. Den Verleger Jean-Paul Enthoven verließ sie für dessen Sohn Raphaël, mit dem sie einen Sohn hat, Aurélien.

Bruni war längst wieder Single, als sie im Herbst 2007 den damals frisch gewählten und geschiedenen Präsidenten Sarkozy beim Dinner kennenlernte. Es soll schnell gefunkt haben, nach kurzer Zeit heirateten sie.

Dass sie ihre Liebe allzu demonstrativ zur Schau stellten, irritierte manche Franzosen - ebenso dass gerade sie, die sich immer als überzeugte Linkswählerin bezeichnet hatte, einen Konservativen auserwählte. 2011 kam die gemeinsame Tochter Giulia zur Welt. Sängerin wolle die Kleine werden, verriet Bruni nun. Ganz nach dem Vorbild ihrer unkonventionellen Mutter.