Vermischtes

Körper In Ansbach treten Frauen selbstbewusst auf / Aktivistin kritisiert Sprache der Werbung

Der weltweit erste Menstruationsladen

Ansbach/Berlin.Früher hat sich Stefanie Wagner geschämt, wenn sie Binden kaufen musste. Sie hat die Packungen ganz unten im Einkaufswagen versteckt und auf dem Kassenband möglichst viel Sachen darüber gestapelt. „Ich fand das ultra peinlich“, erinnert sich die 37-Jährige. Heute sind Binden ihr Beruf.

Vor einigen Monaten hat Wagner einen Menstruationsladen eröffnet. „Es ist der einzige weltweit“, sagt sie. Und dieser steht nicht in einer hippen Metropole wie Berlin, London oder New York. Nein, mitten in der Fußgängerzone von Ansbach, einem knapp 42 000 Einwohner-Ort in Mittelfranken, bietet sie ausschließlich handgefertigte Stoffbinden in bunten Farben, Menstruationstassen und Periodenslips an. Schnell war das Geschäft Stadtgespräch und Wagner damit am Ziel: „Meine wichtigste Mission ist, die Menstruation ins Gespräch zu bringen.“

Die Periode ist eine natürliche Sache – offen darüber reden, jedoch nicht. Wenn wir einen Tampon brauchen, fragen wir leise im Büro unsere Kolleginnen – damit es keiner mitbekommt. In den sozialen Medien kämpfen Frauen unter Hashtags wie #periodproud und #iloveperiod gegen das Schamgefühl rund um die Menstruation, posten lustige Cartoons und künstlerische Bilder von Blutflecken.

„Die Werbesprache ist eindeutig tabuisierend“, sagt die Berliner Aktivistin Franka Frei. „Mit den Produkten versuchen Hersteller, die Menstruation so unsichtbar wie möglich zu machen.“ Schon Mädchen lernten dadurch, dass das etwas sei, das man für sich behalte. dpa

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