Vermischtes

Umfrage Bundesbürger leben laut Studie ungesund

Deutsche sitzen zu viel

Archivartikel

Berlin.Unter den Bundesbürgern gibt es immer mehr Bewegungsmuffel, wie aus einer Umfrage im Auftrag der DKV Deutsche Krankenversicherung hervorgeht, deren Ergebnisse gestern veröffentlicht wurden. Der Wert sei in den vergangenen Jahren immer weiter gesunken. Für den Report wurden fast 2900 Deutsche interviewt. Es ergibt sich das Bild einer Gesellschaft, die sich für gesund hält, in Wahrheit aber träge geworden ist – und ernsthafte Probleme hat, mit Stress umzugehen. Die wichtigsten Ergebnisse:

Lebensstil

Mehr als die Hälfte der Befragten (61 Prozent) stuft ihren Gesundheitszustand als gut oder sehr gut ein. Das steht in einem krassen Missverhältnis zur Zahl der Menschen, die nach Einschätzung der Experten tatsächlich von sich behaupten können, rundum gesund zu leben. Das seien nämlich nur neun Prozent – sie haben genügend Bewegung, rauchen nicht, ernähren sich passend, trinken wenig Alkohol und haben einen gesunden Umgang mit Stress. Der Wert sei ein neuer Tiefpunkt. 2010 erreichten immerhin noch 14 Prozent die Zielwerte.

Bewegung

Als ein Hauptproblem der Deutschen machen die Forscher mangelnde Bewegung aus. Als Maßstab legen sie dafür die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) an. Erwachsene sollten demnach pro Woche mindestens 150 Minuten moderater Aktivität – zum Beispiel zügiges Gehen – oder 75 Minuten intensiver Aktivität nachgehen, etwa Joggen. Das schaffen mit 43 Prozent aber weniger als die Hälfte. Jeder Zehnte gab in der Befragung an, überhaupt keiner körperlichen Aktivität nachzugehen, die länger als zehn Minuten am Stück andauert. Dafür sind die Deutschen ein Volk der Vielsitzer. Auf fast acht Stunden summieren sich im Durchschnitt die Sitzzeiten an Werktagen.

Regeneration

Die Studie stellt fest, dass sich die Befragten am Anfang der Woche regenerierter fühlen als am Ende der Arbeitswoche. In Jobs mit höherem Gehalt fällt die Kurve steiler nach unten, das heißt: Menschen, die mehr verdienen – ab 2500 Euro Haushaltsnettoeinkommen –, fühlen sich am Ende der Woche tendenziell weniger regeneriert als Menschen mit einem geringeren Einkommen. Elf Prozent schaffen es so gut wie nie, frisch in den Tag zu starten. „Ich glaube, dass wir in unserer Gesellschaft aktuell kein Belastungsproblem haben, sondern wir haben ein Regenerationsproblem“, sagte Studienleiter Froböse.

Alkohol und Rauchen

Auch gibt es immer mehr Nichtraucher. Nur noch 21 Prozent greifen zur Zigarette. Und immerhin 82 Prozent trinken gar nicht oder nur gelegentlich Alkohol. Je mehr die Befragten verdienen, desto häufiger heben sie das Glas.