Vermischtes

Chile Schwere Brände zerstören oder beschädigen in der Hafenstadt Valparaíso mindestens 245 Häuser

„Die Familien hatten kein Weihnachten“

Archivartikel

Valparaíso.Schwere Brände haben an den Weihnachtsfeiertagen die chilenische Hafenstadt Valparaíso heimgesucht. Die heftigen Feuer zerstörten oder beschädigten mindestens 245 Häuser, wie der Verwaltungschef der Region Valparaíso, Jorge Martínez Durán, am Mittwochabend (Ortszeit) mitteilte. Hunderte Menschen wurden obdachlos.

Fast 1000 Menschen ohne Strom

Mehrere Viertel der Stadt im Westen des südamerikanischen Landes wurden evakuiert, wie die Feuerwehr mitteilte. Nach Angaben des Zivilschutzes waren auch am Donnerstag noch fast 1000 Menschen ohne Strom. Die Behörde richtete zwei Notunterkünfte ein. Neben zahlreichen Feuerwehreinheiten am Boden war auch eine Reihe von Hubschraubern an den Löscharbeiten beteiligt. Sie warfen Wasser über den Brandherden ab und versuchten so, das Feuer immer weiter einzudämmen.

„Die Kinder und ihre Familien hatten kein Weihnachten“, sagte Feuerwehrchef Rodrigo Romo laut einem Bericht des Radiosenders Cooperativa am Donnerstag. „Uns schmerzt es, dass wir nicht mehr tun konnten.“ 15 Einsatztrupps und sechs Hubschrauber waren an den Löscharbeiten beteiligt. Die engen Straßen an den steilen Hügeln der Hafenstadt bereiteten den Feuerwehrleuten allerdings zum Teil Schwierigkeiten, zügig zu den Feuern vorzustoßen.

Nach Angaben des Zivilschutzes war eine Fläche von 140 Hektar von den Bränden betroffen – das entspricht etwa 196 Fußballfeldern. Valparaíso an der Pazifikküste ist auf zahlreichen Hügeln errichtet. Die Altstadt mit ihren historischen Gebäuden, bunten Holzhäusern, steilen Gassen und Treppen gehört zum Unesco-Weltkulturerbe. Bürgermeister Jorge Sharp Fajardo erklärte den Notstand, um den Abriss teilweise zerstörter Häuser und den Wiederaufbau zu vereinfachen.

„Valparaíso ist weiterhin eine Stadt, die sehr gefährdet ist“, sagte Uriel Padilla von der Fakultät für Bauwesen an der Universität Valparaíso, im Radiosender Cooperativa. Auf den Hügeln gebe es viele Büsche und Sträucher, die im derzeitigen Sommer auf der Südhalbkugel sehr trocken seien und über die sich das Feuer von Haus zu Haus verbreite. Die Behörden gehen von Brandstiftung aus. Die Polizei habe Ermittlungen eingeleitet, sagte Verwaltungschef Martínez. dpa

Zum Thema