Vermischtes

Restaurantführer Altmeister und junge Aufsteiger mit Sternen des Guide Michelin ausgezeichnet

Die Spitzenköche der Region

Archivartikel

Mannheim/Potsdam.Die Feinschmecker in der Region können sich wieder freuen: Seit gestern Abend sind die besten Restaurants der Region und Deutschlands gekürt - der Guide Michelin hat seine Sterne für das Jahr 2018 vergeben. "Die dynamische Entwicklung zeigt, dass sich Deutschland als Ziel ersten Ranges für Feinschmecker etabliert hat", erklärt der Internationale Direktor des Guide Michelin, Michael Ellis am Abend in Potsdam. "Neben den arrivierten Altmeistern sorgt eine hoch motivierte Generation junger, topausgebildeter und innovativer Köche dafür, dass die deutsche Spitzengastronomie heute unbestritten zu den besten der Welt zählt", so Ellis weiter.

Das trifft auch auf die Köche aus der Region zu. Neben den Mannheimern Tristan Brandt - Küchenchef Dominik Markowitz leitet das "Le Corange" -, dem Routinier Norbert Dobler ("Dobler's") und Gregor Ruppenthal ("Marly") überzeugte der ehemalige Amador-Mitarbeiter Dennis Maier die Tester des Restaurantführers. Mit einem außergewöhnlichen Restaurantkonzept präsentiert Maier seine ganz persönliche Vision urbaner "Bistronomy" im "Emma Wolf since 1920".

Hedi Rink eine der wenigen Frauen

Außerhalb Mannheims holt Benjamin Pfeifer mit seinem erst vor kurzem eröffneten Restaurant "Intense" in Kallstadt einen Stern. Der Aufsteiger gehört zu den gerade 30-Jährigen, der die kritischen Tester des Gourmetführers überzeugte. Das tut Manfred Schwarz schon seit vielen Jahren. Lange Jahre war er im "Deidesheimer Hof", betrieb ein Restaurant in Heidelberg und wagte nun einen Neuanfang in Kirchheim an der Weinstraße. "Schwarz Gourmet" legt - wie schon im Jahr zuvor der "Lammershof" - einen bravourösen Start hin und beschert dem 61-jährigen Spitzenkoch gleich im Eröffnungsjahr einen Stern. Starke zwei Sterne gehen an das "Le Cerf" im "Wald & Schlosshotel Friedrichsruhe". In dem Traditionshaus, das schon seit Jahrzehnten die Gourmets in die malerische Landschaft des Hohenlohischen lockt, steht Boris Rommel in der Küche.

Mit Hedi Rink vom "Urgestein" in Neustadt an der Weinstraße ist in der Region eine der wenigen Frauen in der Rolle des Küchenchefs vertreten. Mit nur neun von 300 sind sie weiter deutlich unterrepräsentiert. Zwei Restaurants unter weiblicher Leitung sind für 2018 aber hinzugekommen: in Andernach (Rheinland-Pfalz) und in Essen (Nordrhein-Westfalen) mit jeweils einem Stern. "Die Ente" in Ketsch hat nach dem Weggang von Tommy Möbius ihren Stern verloren.

Drei Sterne, und damit die höchste Auszeichnung vom Guide Michelin, erhielt das Restaurant "Atelier" in München unter der Leitung von Küchenchef Jan Hartwig. Damit gibt es in Deutschland jetzt elf Adressen, die das Spitzenprädikat des Restaurantführers für exzellente Kochkunst tragen. Der 35-jährige Hartwig zählt zu den Shootingstars der deutschen Gastro-Szene.

Gerade in den Metropolen ist inzwischen eine lebhafte, abwechslungsreiche und spannende Gastronomie zu Hause. Beispiel für die große Vielfalt: Erstmals befinden sich unter den Ein-Stern-Häusern zwei Restaurants, die ausschließlich vegetarische Gerichte anbieten. Während das "Seven Swans" in Frankfurt seinen Stern bestätigen konnte, nachdem es sein Konzept komplett auf vegetarische Küche umgestellt hatte, zeichneten die Tester das vegetarische Restaurant "Cookies Cream" in Berlin erstmals mit dem begehrten Prädikat aus. Erstmals seit Jahrzehnten ist Harald Wohlfahrt (62) nicht mehr im Guide Michelin vertreten - er ist nicht mehr Küchenchef der "Schwarzwaldstube" im baden-württembergischen Baiersbronn. Er hatte ein Vierteljahrhundert die höchste Auszeichnung von drei Sternen gehalten. "Man kann vor ihm nur den Hut ziehen", sagte Deutschlands Guide-Michelin-Direktor Ralf Flinkenflügel.

In den Handel kommt der Restaurantführer 2018 am 17. November. Die ersten "Michelin"-Sterne in Deutschland wurden 1966 verliehen. Hinter dem "Guide Michelin" steht der gleichnamige französische Reifenhersteller. (mit dpa)

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