Vermischtes

Anschläge Laut Polizei keine Anhaltspunkte für rassistisches Motiv des mutmaßlichen Täters / Explosion an Einkaufsmarkt losgelöst von der Tat

Drei Brandsätze erschüttern Marbach am Neckar

Archivartikel

Marbach am Neckar.Die Polizei schließt nach einer Attacke mit Brandsätzen auf mehrere Gebäude in Marbach rassistische Motive des mutmaßlichen Täters momentan aus. Es gebe dafür nach derzeitigem Ermittlungsstand keine Anhaltspunkte, sagte ein Polizeisprecher. Bei der Tat in der Nacht auf Samstag wurden insgesamt acht Menschen leicht verletzt. Es entstand zudem ein Sachschaden von mehr als einer halben Million Euro. Bei seiner Festnahme hatte der Deutsche laut Polizei auch polizei- und fremdenfeindliche Parolen von sich gegeben und Beamte beleidigt. Der 42-Jährige habe sich in einem „psychischen Ausnahmezustand“ befunden. Er sitze in Untersuchungshaft.

Polizisten hatten gegen 3 Uhr bemerkt, dass jemand einen selbstgebauten Brandsatz gegen die Eingangstür des Polizeireviers geworfen hatte. Zeitgleich meldeten Zeugen zwei weitere Brände in der Nähe. Auch dort waren Brandsätze – vermutlich Molotow-Cocktails – gegen ein Wohnhaus und die evangelische Kirche geworfen worden.

Drei Polizisten verfolgten den mutmaßlichen Täter und nahmen ihn fest. Dabei habe der mit einem Schlagstock bewaffnete Mann eine Beamtin mit einer Schnapsflasche beworfen. Ersthelfer löschten derweil den Brandsatz an der Kirche und brachten fünf Bewohner eines brennenden Wohnhauses ins Freie. Die Feuerwehr konnte das Gebäude nicht mehr retten.

Laut Polizei besteht keinerlei Verbindung zwischen den Brandsätzen in der Nacht zum Samstag und einer Explosion am späten Samstagabend, ebenfalls in Marbach. Dabei richtete ein Sprengsatz am Eingang eines Einkaufsmarktes einen Schaden von 10 000 Euro an. Dem oder den Tätern gelang es nicht, in den Laden einzudringen. Nach ihm oder ihnen wird noch gesucht. dpa/lsw

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