Vermischtes

Sicherheit Insgesamt 143 Starts und Landungen annulliert / Politiker fordern Konzept zur Abwehr

Drohne legt Flughafen lahm

Frankfurt.Der Flugbetrieb am Frankfurter Flughafen ist gestern erneut wegen einer Drohne eingestellt worden. Fast eine Stunde lang ging nichts mehr am größten deutschen Luftdrehkreuz – 143 Starts und Landungen wurden annulliert, 48 Maschinen umgeleitet. Allein bei der Lufthansa waren rund 15 000 Passagiere von dem Vorfall betroffen. Zur Komplettsperrung gibt es aktuell kaum Alternativen.

Die Drohne sei von mehreren Piloten gesichtet worden, berichtete eine Sprecherin der Deutschen Flugsicherung. Es habe sich um ein größeres, rot lackiertes Gerät mit einem Durchmesser von etwa 1,50 Meter gehandelt. Möglicherweise sei es eine Profi-Drohne, die auch Lasten tragen könnte und für die auch außerhalb von Flughäfen eine Aufstiegserlaubnis hätte eingeholt werden müssen. Von der Drohne und ihrem Lenker fehle jede Spur. Ein Hubschrauber stieg auf, um nach dem Flugkörper zu suchen.

FDP-Politiker verlangten ein schlüssiges Konzept zur Drohnenabwehr. „Die Bundesregierung ist in Sachen Drohnenabwehr untätig. Die jüngsten Vorfälle belegen, dass wir eine eindeutige Kompetenzzuweisung zur Drohnenabwehr benötigen“, so der Bundestagsabgeordnete Bernd Reuther. „Die Abwehr mit einer Schusswaffe oder einem Wasserstrahl, wie die Antworten der Bundes- und Landesregierung auf unsere Anfragen vorschlagen, können ja wohl nicht ernsthaft eine Lösung für das wachsende Problem sein. Die Landesregierung muss endlich das Zuständigkeitsmikado beenden“, sagte der hessische FDP-Landtagsabgeordnete Stefan Naas.

Steigerung um 80 Prozent

Der Kasseler Hersteller Dedrone verwies auf zwölf bereits an europäischen Flughäfen installierte Detektionssysteme. Es sei schwer nachvollziehbar, dass erneut ein Hubschrauber losgeschickt worden sei, kritisierte Geschäftsführer Jörg Lamprecht. „Dabei gibt es Systeme, die in der Lage sind, Drohnen zuverlässig zu erkennen und zu orten.“

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit meldet indes Bedenken an. So könnten Funk-Störsender auch die Systeme der Luftfahrt beeinträchtigen und fest installierte Abwehrwaffen zusätzliche Risiken schaffen, sagte Sprecher Jannis Schmitt.

Die Deutsche Flugsicherung hat 2018 insgesamt 158 Behinderungen des regulären Luftverkehrs durch Drohnen registriert, etwa 80 Prozent mehr als noch 2017. In der Umgebung von Flughäfen seien vergangenes Jahr 125 Fälle gemeldet worden, hieß es.