Vermischtes

Naturkatastrophe Zyklon „Amphan“ fegt über Indien und Bangladesch hinweg / Millionen Menschen werden in Notunterkünfte gebracht / Angst vor Ansteckung mit Corona

Dutzende Tote durch Wirbelsturm

Neu Delhi/Dhaka.Mehr als 80 Menschen sterben, Tausende Häuser werden dem Erdboden gleich gemacht: Das ist die erste Bilanz von Wirbelsturm „Amphan“, der mit viel Wind, Regen und Gewitter über Indien und Bangladesch hinweggefegt ist. In der 15-Millionen-Einwohner-Stadt Kolkata wurde der Flughafen überflutet, Strom und Telekommunikation in Teilen der Metropole im Nordosten Indiens fielen aus. Besonders vom Wirbelsturm betroffen war der Bundesstaat Westbengalen mit mindestens 72 Toten.

Die Regierungschefin sagte, dass die Naturkatastrophe ihr Gebiet stärker treffe als Corona und es drei, vier Tage brauche, um das ganze Ausmaß der Schäden abzuschätzen. Ein Mann, der in der Nähe des Ortes lebte, an dem der Sturm am Mittwoch mit 185 Kilometern pro Stunde auf Land traf, sagte dem Fernsehsender NDTV: „Viele Gebiete sind verwüstet und es gibt keine Wasserversorgung. In unserem Dorf hat dieser schreckliche Sturm alles platt gemacht.“ In beiden Ländern wurden vor dem Eintreffen des Sturms mehr als drei Millionen Menschen in Notunterkünfte gebracht. Einige wollten aber nicht, hieß es von Behörden. Manche hätten Angst gehabt, ihr Hab und Gut zurückzulassen, andere, sich in den Unterkünften mit dem Coronavirus zu infizieren.

Hohe Infektionszahlen

Die Behörden beider Länder sagten, sie hätten mehr Notunterkünfte zur Verfügung gestellt, um Abstand zu gewährleisten. Es würden etwa leerstehende Schulen genutzt. Doch mehr Gebäude zu finden, sei schwierig gewesen, da einige zurzeit als Quarantäne-Gebäude dienten. In den Unterkünften wurden teils Masken und Desinfektionsmittel verteilt. Die beiden Länder kämpfen mit deutlich zunehmenden Infektionszahlen. Indien meldete mehr als 100 000 bekannte Infektionen, mehr als 3400 Menschen starben.

Am Donnerstagnachmittag hatte sich der Sturm abgeschwächt. Einige Menschen verließen die Unterkünfte bereits, wie Behörden mitteilten, teils um ihr Zuhause wieder neu aufzubauen. dpa

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