Vermischtes

Religion Ab Sonntagabend feiern Juden Jom Kippur

Ein Feiertag zum Versöhnen

Archivartikel

Berlin.Manchmal ist es nötig, sich bei jemandem zu entschuldigen. Zum Beispiel, weil böse Worte im Streit gefallen sind. Dann kann der andere einem verzeihen, und alles ist wieder in Ordnung.

Um bereuen und verzeihen geht es auch am wichtigsten Feiertag in der jüdischen Religion. Er heißt Jom Kippur und beginnt in diesem Jahr am Sonntagabend. Übersetzt bedeutet Jom Kippur Tag der Bedeckung. Gemeint ist aber eigentlich, dass dann alle Streitigkeiten beendet sein sollten. Denn an dem Tag vergibt Gott alle Sünden, die man ernsthaft bereut, glauben fromme Juden.

Es ist ein sehr ernster Feiertag, an dem streng gefastet wird. Essen und sogar trinken sind nicht erlaubt für 25 Stunden. Das gilt aber nicht für Kinder unter zwölf Jahren. Auf keinen Fall wird an Jom Kippur gearbeitet. Stattdessen verbringen viele Juden den Tag in der Synagoge, um zu beten. Der Gottesdienst dauert den ganzen Tag. Die Betenden tragen dabei üblicherweise weiße Kleidung und eine weiße Kopfbedeckung. Zum Ende des Tages erklingt das Schofar, das Widderhorn. Nach dem Fasten wird ein festliches Mahl eingenommen.

Vor rund 2000 Jahren war der Versöhnungstag der einzige Tag, an dem der Hohepriester das Allerheiligste des Tempels betrat, in dem heilige Kultgegenstände aufbewahrt wurden. Der Hohepriester war damals der oberste Hüter der jüdischen Religion. Zudem lud man an diesem Tag die Sünden des Volkes symbolisch auf einen Bock, der dann in die Wüste geschickt wurde. Darauf geht der sprichwörtliche Sündenbock zurück. dpa

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